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Hermetschwil-Staffeln

Ehemalige politische Gemeinde AG, Bezirk Bremgarten, seit 2014 Teil der Gemeinde Bremgarten (AG), auf einem Moränenhügel am linken Reussufer mit dem Dorfteil Hermetschwil und dem höher gelegenen Staffeln. 1064 Hermenswil, 1390 Hermeczwil. 1850 346 Einw.; 1900 389; 1950 379; 1980 498; 2000 1'087. Unter österr. Herrschaft zum Amt Muri gehörig, teilte H. das Schicksal des Frauenklosters Hermetschwil. Das Kloster Muri besass in H. einen Hof mit Taverne, Mühle, Fähre und Pfarrkirche. Um 1200 zogen sich die Benediktinerinnen von Muri auf die ihnen geschenkten Güter in H. zurück. Das Niedergericht lag beim Abt des Klosters Muri, das Hochgericht bis 1415 bei den Habsburgern. Nach der Eroberung des Aargaus durch Bern wurde H. das selbstständige, sog. Krummamt. Als Pfarrkirche diente stets die Klosterkirche. 1878, zur Zeit der Klosteraufhebung, wurde in den Ökonomiegebäuden des Klosters das neu gegr. Kinderheim St. Benedikt untergebracht. Das ruhige Bauerndorf geriet ab 1960 zunehmend in den Sog der Agglomeration Zürich, in den 1980er Jahren setzte eine rege Bautätigkeit ein.


Literatur
– A.-M. Dubler, Die Klosterherrschaft Hermetschwil von den Anfängen bis 1798, 1968
Die Aargauer Gem., 1990, 104 f.
– D. Kuhn, H., 2000

Autorin/Autor: Anton Wohler