No 36

Diesbach, Sebastian von

geboren 16.2.1481 Bern, gestorben 20.10.1537 Freiburg, Burger von Bern. Sohn des Ludwig ( -> 19) und der Antonia von Ringoltingen. Bruder des Ludwig ( -> 20) und des Niklaus ( -> 27). ∞ 1) 1509 Dorothea von Hallwyl, Tochter des Dietrich, Hauptmanns in Frankreich unter Ludwig XI. und Herrn von Frossberg, 2) um 1518 Louise Mestral, Tochter des Amédée, Mitherrn zu Bière. Nach einem Aufenthalt in Paris leistete D. Kriegsdienst und wurde nach seiner Rückkehr nach Bern 1504 in den Gr. Rat gewählt. Als Leutnant der bern. Truppen nahm er 1513 an der Schlacht von Novara teil, stand als Oberst in königl.-franz. Diensten in der Picardie und 1522 in mailänd. Diensten auf dem Schlachtfeld von Bicocca. D.s bedeutende polit. und diplomat. Karriere begann 1514 mit dem Einsitz im Kl. Rat Berns und der Wahl zum Schultheissen von Burgdorf. 1518 wurde er Heimlicher von Burgern, 1519 erneut Kleinrat. Im selben Jahr reiste D. als Vermittler nach Freiburg und zum Hzg. von Savoyen, 1521 als Gesandter zur Bundbeschwörung mit dem franz. Kg. Franz I. nach Paris. 1525 erfolgte die Wahl zum Heimlicher vom Rat, darauf schlichtete er als Gesandter den Rechtsstreit zwischen der Stadt und dem Bf. von Lausanne. Als Schultheiss von Bern 1529-31 vermittelte D. in seinem ersten Amtsjahr den Vertrag zwischen Genf und Savoyen, kommandierte in den beiden Kappeler Kriegen die bern. Truppen gegen die fünf kath. Orte, nahm aber in der Reformationsfrage eine moderate Haltung ein. Bereits 1533 bei der Schultheissenwahl übergangen, wurde er 1534 wegen eines nicht ganz geklärten Bestechungshandels seiner Ämter enthoben, weshalb er noch im selben Jahr das bern. Burgerrecht aufgab und nach Freiburg zog. D. besass zeitweise das Landgut Löwenberg bei Murten.


Literatur
– A. de Ghellinck Vaernewyck, La généalogie de la maison de D., 1921, 217-229
– H. Ammann, Die D.-Watt-Ges., 1928
– von Rodt, Genealogien 1, 198

Autorin/Autor: Barbara Braun-Bucher