Hägglingen

Polit. Gem. AG, Bez. Bremgarten. Geschlossene, strassenzeilige Dorfanlage auf einer erhöhten Nische des Bünztales mit den Einzelsiedlungen Igelweid und seit 1823 Rüti. 1036 Hekelingen (Kopie 14. Jh.), 1045 Hackelingen. 1850 1'535 Einw.; 1900 1'415; 1950 1'514; 2000 1'990. Hügelgräber aus der Hallstattzeit, röm. Besiedlungsspuren. 1036 schenkte Gf. Ulrich von Lenzburg Kirche und Meierhof dem Stift Beromünster. In den Bestätigungen der Ks. Heinrich III. 1045 und Friedrich I. 1173 war H. einbezogen. Die Vogtei ging von den Lenzburgern an die Kyburger, 1273 an die Herren von Hallwyl. Das Hochgericht wurde bis 1415 von den Habsburgern ausgeübt. Erst 1425 kam H., das von Luzern beansprucht wurde, in gemeineidg. Besitz und war zuerst dem Amtsgericht Wohlenschwil zugeteilt, bevor es 1435-1712 ein selbstständiges Amt wurde. Die Dorfoffnung von 1609 regelte u.a. die Waldnutzung und die Bewässerung. 1656 wurde H. von Berner Truppen geplündert und teilweise eingeäschert. 1611-13 starben 150 Personen an der Pest. Die Pfarrkirche St. Michael mit rom. Chorfundamenten wurde 1457-66 neu erbaut (erhalten ist der Turmchor), 1638-39 vergrössert und 1739 das Kirchenschiff erneuert. 1951 wurden die spätgot. Chorfresken von 1480-90, die den Bildersturm von 1529 überlebt hatten, entdeckt. Neben der Landwirtschaft und dem Kleingewerbe brachte die Strohflechterei im Verlagssystem im 18. und vermehrt im 19. Jh. Verdienst. Die Entfernung zur nächsten Bahnstation Dottikon verzögerte die industrielle Entwicklung. Ein mittlerer und mehrere Kleinbetriebe, v.a. aus der Kunststoffbranche, boten 2003 etwa 520 Arbeitsplätze an.


Literatur
Kdm AG 4, 1967, 210-224
H., 1986
Die Aargauer Gem., 1991, 102 f.

Autorin/Autor: Anton Wohler