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Dottikon

Polit. Gem. AG, Bez. Bremgarten. Strassendorf am Rand der Bünzebene. 1179 Totinchon. 1850 713 Einw.; 1900 722; 1950 1'321; 1970 2'462; 1990 2'955; 2000 2'969. D. war Stammsitz der Herren von Tottikon, die im 13. Jh. nach Luzern und Küssnacht (SZ) auswanderten. Unter der österr. Herrschaft gehörte D. zum Amt Lenzburg. 1351 kaufte das Kloster Königsfelden den Tieffurthof und damit das Niedergericht vom Kloster Muri. 1425 wurde D. selbstständiges Amt der Freien Ämter. 1611-13 wüteten Pestepidemien. Im 1. Villmergerkrieg wurde D. von Berner Truppen weitgehend zerstört. 1426 wird eine Messkapelle St. Agatha als Filiale von Staufberg erwähnt. D., das nach der Rekatholisierung 1531 zur Kirchgem. Hägglingen gehörte, ist seit 1867 selbstständige Kirchgem. 1865 wurde die Kapelle abgebrochen und die heutige Pfarrkirche erbaut. Die ref. Einwohner von D. gehören zur Kirchgem. Ammerswil-Dintikon. Bis 1900 war D. vorwiegend landwirtschaftlich geprägt. Dank der Strohindustrie, der Schuhfabrikation (Bally-Filiale, 1987 aufgehoben) und der Schweiz. Sprengstofffabrik AG (1913, seit 1987 Ems Dottikon AG) entwickelte sich D. seit 1910 zur Industriegem. 2000 arbeitete über die Hälfte der in D. Erwerbstätigen im 2. Sektor.


Literatur
Kdm AG 4, 1967, 184-188
Die Aargauer Gem., 1990, 96 f.
D., ein Dorf im Freiamt, 1990

Autorin/Autor: Anton Wohler