Swissaid

In der Rechtsform einer konfessionell und parteipolitisch unabhängigen Stiftung gibt es S. seit 1983. Sie entstand aber bereits 1948 mit der Privatisierung und Umformung der 1944 staatlich eingerichteten Schweizer Spende an die Kriegsgeschädigten in eine nationale Dachorganisation für Flüchtlings- und Wiederaufbauhilfe, die unter dem Namen Schweiz. Europahilfe (SEH), ab 1956 unter Schweiz. Auslandhilfe (SAH) auftrat. Neben der Pressearbeit oblag ihr die Durchführung einer jährl. Sammelkampagne zugunsten ihrer Mitglieder, darunter Heks, Caritas und das SRK. Nach 1960 büsste die SAH ihre Rolle als Spendenkartell ein und verlagerte ihr Engagement von der Flüchtlings- zur Entwicklungshilfe, indem sie in Indien erste Landwirtschafts- und Bildungsprojekte aufbaute. Weitere Programme, die zunehmend im Rahmen einer gesamtgesellschaftlich integrierten Entwicklungspolitik erfolgten, unterhielt die SAH - ab 1969 S. - in Afrika, Mittel- und Südamerika sowie in Burma (Myanmar). 1971 gehörte S. zu den Gründungsmitgliedern der entwicklungspolit. Arbeitsgemeinschaft für Hilfswerke (ab 2005 Alliance Sud) und 1992 zu den Initiantinnen der schweiz. Max-Havelaar-Stiftung. Anfang des 21. Jh. setzte sie ihre Themenschwerpunkte in der nachhaltigen Landwirtschaft (Kampagnen gegen Gentechnologie) und in der Frauenförderung. 2011 erzielte S. mit 132 Mitarbeitenden (davon 31 in der Schweiz) einen Jahresertrag von 16,1 Mio. Fr. (davon 9,3 Mio. Fr. Spendengelder und 5,8 Mio. Fr. aus der Deza). Bei einem Betriebsaufwand von 20,4 Mio. Fr. wurden 13,2 Mio. Fr. in Projekte investiert.


Literatur
– C. Bühler, «Die Mobilisierung der Öffentlichkeit», in SQ 19, 1993, 510-524
S. im Porträt, 2004

Autorin/Autor: Cindy Eggs, Suzanne Schär Pfister