Kinderdorf Pestalozzi

1944 lancierte Walter Corti in der Monatszeitschrift "Du" den Aufruf zur Gründung eines Dorfes für kriegsgeschädigte Kinder. 1945 wurde die Vereinigung K. gegründet, 1946 der Grundstein für das K. in der Gem. Trogen gelegt. Im gleichen Jahr bezogen Kinder aus kriegsversehrten Ländern die ersten Häuser. Ab 1960 lebten neben europ. auch tibet. Kriegswaisen im K., später hauptsächlich Kinder aus Korea, Tunesien, Äthiopien, Vietnam, Kambodscha und dem Libanon, seit 1983 auch Waisen aus der Schweiz. Die Aufenthaltsdauer variierte von wenigen Wochen (Bildungs- oder Erholungsaufenthalte) bis zu mehreren Jahren. Die Mittelbeschaffung erfolgte v.a. durch Spendenaktionen, Patenschaften und Legate. 1950 wurde die Vereinigung in eine Stiftung umgewandelt. Seit 1982 ist diese auch in Ländern des Südens tätig und betreut seit 1990 Kinderheime in Rumänien. Zu Beginn des 21. Jh. investierte die Stiftung jährlich 18 Mio. Fr. in die Bereiche Integration, interkultureller Austausch und Entwicklungszusammenarbeit. 2005 bestand das Trogener Dorf aus zwölf Doppelhäusern für ca. 120 benachteiligte Kinder und Fam. sowie aus Ökonomie- und Verwaltungsgebäuden. Die Projekte der Stiftung kamen 2012 in der Schweiz und im Ausland 321'000 Kindern und Jugendlichen zugute.


Literatur
– M. Birchler, Das K. 1944-1950, Liz. Basel, 1998
– W.R. Corti, Der Weg zum K., 2002

Autorin/Autor: Andrea Weibel