Pro Familia

Der Verband P. wurde auf den Rat Bundesrat Philipp Etters hin vom kath. Verleger Albert Studer-Auer 1942 in Luzern gegründet und 1947 mit der Aufnahme sozialpolitisch aktiver Gruppierungen zum Dachverband erweitert. Auf der Grundlage eines klass.-konservativen Familienbegriffs setzte sich P. für eine familienfreundl. Wirtschafts- und Sozialpolitik ein und veröffentlichte 1955 ein wegweisendes familienpolit. Programm. In den 1970er Jahren öffnete P. sich neuen Familienformen, aber bis Ende der 80er Jahre führten Meinungsverschiedenheiten über Schwangerschaftsabbruch, Elternurlaub und Mutterschaftsversicherung zu kräftebindenden verbandsinternen Auseinandersetzungen. Mit der "Familiencharta" (1992, Neuauflage 2004) brachte sich P. wieder in den gesellschafts- und wirtschaftspolit. Diskurs ein, indem sie u.a. Themen wie Kinderkosten, Existenzsicherung der Fam. oder Vereinbarkeit von Beruf und Fam. aufgriff. 1995 initiierte sie mit der eidg. Koordinationskommission für Familienfragen eine ausserparlamentar. Kommission. 2009 wies P. mit Mitgliedern wie den regionalen Sektionen, Parteien, Versicherungen, Interessengruppen oder Non-Profit-Organisationen eine heterogene, überparteil. Struktur auf, die sich in einem breitgefächerten familienpolit. Wirkungsfeld abbildete. Die Finanzierung der seit 1989 in Bern ansässigen Organisation erfolgt über Mitgliederbeiträge, staatl. Leistungsaufträge (z.B. des Bundesamts für Sozialversicherung), Beratungen und Sponsoring.


Archive
– Gosteli-Stiftung Worblaufen, Archiv P., 1943-98
Literatur
Familien, 1992-95

Autorin/Autor: Redaktion