Pazifische Inselwelt

Die ersten Kontakte zwischen der Schweiz und den Inseln von Melanesien, Mikronesien und Polynesien wurden Ende des 19. und Anfang des 20. Jh. von Forschern, Lehrern (etwa Lina Bögli), Missionaren, Pflanzern oder Geschäftsleuten geknüpft, die häufig im Dienst von dt., engl. oder austral. Gesellschaften reisten. Im 20. Jh. betrieben mehrere Wissenschafter Forschung in der P., so der Ethnologe Felix Speiser, der seine bedeutende, 1910-23 entstandene Sammlung von Objekten aus Vanuatu nach Basel brachte, oder der Pionier der Ethnopsychoanalyse, Fritz Morgenthaler, der in Papua-Neuguinea arbeitete. Aufgrund der Universalität der schweiz. Aussenbeziehungen anerkannte der Bundesrat die Unabhängigkeit der teilweise sehr kleinen Staaten dieser Region (1962 Samoa, 1969 Nauru, 1971 Fidschi-Inseln, 1971 Tonga, 1975 Papua-Neuguinea, 1978 Salomon-Inseln, 1978 Tuvalu, 1979 Kiribati und 1980 Vanuatu). Einige Jahrzehnte später wurden die Republik Palau, die Föderierten Staaten von Mikronesien und die Republik der Marshall-Inseln anerkannt und zwischen 2001 und 2003 diplomat. Beziehungen aufgenommen. 2007 lebten ca. 220 Schweizer in Ozeanien, davon mehr als die Hälfte in Papua-Neuguinea. Die meisten waren Missionare wie die seit 1969 in Papua-Neuguinea tätigen Baldegger Schwestern oder die Mitglieder des Evang. Brüdervereins von Herbligen. Sie sind bei den diplomat. Vertretungen in Canberra, Sydney und Wellington registriert. Die Beziehungen mit Palau und den Föderierten Staaten von Mikronesien werden von der schweiz. Botschaft in Manila gepflegt. Der Handel mit der P. ist unbedeutend bis inexistent; 2007 übertrafen nur die Exporte nach Papua-Neuguinea (5,3 Mio. Fr.), den Marshall-Inseln (2,3 Mio. Fr.) und den Fidschi-Inseln (2 Mio. Fr.) die Grenze von einer Million Franken. Die Schweiz gewährt diesen Ländern Zollvorteile und führt vereinzelt Entwicklungshilfeprojekte durch.


Archive
– EDA, Dok.

Autorin/Autor: Marc Perrenoud / ASCH