19/02/2013 | Rückmeldung | PDF | drucken

Usterbrand

Bedeutendster Fall eines Maschinensturms in der Schweiz. Am 22.11.1832, dem Tag der Gedenkfeier des Ustertags von 1830, zerstörte eine aufgebrachte Menge die Mechan. Spinnerei und Weberei Corrodi & Pfister in Oberuster. Hintergrund war die Notlage der Kleinfabrikanten (Tüchler) und Heimweber aus dem Zürcher Oberland. Sie hatten durch ihren Aufmarsch am Ustertag zum Sturz der konservativen stadtzürcher. Regierung beigetragen, doch war der neue liberale Gr. Rat auf ihre im "Uster-Memorial" festgehaltene Forderung nach einem Verbot der Webmaschinen nicht eingegangen. Die Kleinfabrikanten und Heimarbeiter scheinen aber an der Tat nicht führend beteiligt gewesen zu sein. Am Tatort und im Zürcher Oberland wurden 75 Personen verhaftet, 1833 die Hauptschuldigen zu langjähriger Kettenstrafe verurteilt, 1839 nach dem Züriputsch aber amnestiert. 1835 verabschiedete der Gr. Rat ein Gesetz zum Schutz des Eigentums.


Literatur
– F.L. Keller, Die gewaltsame Brandstiftung in Uster am 22. Nov.1832, 1833
– A. Hauser, «Der Maschinensturm von Uster», in ZTb 1958, 1957, 107-116
– A. Bauhofer, «Der Brand von Uster und das Gesetz zum Schutze des Eigentums», in ZTb 1965, 1964, 84-96
– E. Bucher, «Ein sozio-ökonom. und ein polit. Kapitel aus der Regeneration», in SZG 32, 1982, 5-124

Autorin/Autor: Markus Bürgi, Bruno Schmid