Spreitenbach

Polit. Gem. AG, Bez. Baden, zwischen Baden und Zürich, bestehend aus dem Haufendorf S. am Fuss des Heitersbergs, dem Weiler Heitersberg und ausgedehnten Siedlungs- und Industrieflächen in der Limmatebene. 1111-24 Spreitinbach. 1780 383 Einw.; 1799 398; 1850 669; 1900 913; 1950 1'173; 1970 5'978; 2000 9'127. Meso- und neolith. Streufunde, neolith. Kollektivgrab. Die Landesherrschaft lag bei den Habsburgern, ab 1415 bei der eidg. Landvogtei Baden (Amt Dietikon). 1541 kaufte das Kloster Wettingen die Gerichtsbarkeit von der Brugger Fam. Effinger und schuf damit ein zusammenhängendes Gerichtsgebiet vom Kloster bis nach Dietikon. Nach und nach erwarb Wettingen auch einen Teil des Grundbesitzes. Kirchhörig war S. nach Dietikon. Die schon ab dem 12. Jh. belegte Kapelle wurde nach der Reformation simultan genutzt. 1798 trennte Wettingen die zahlenmässig dominierenden Katholiken von Dietikon und versorgte S. mit einem Vikar. Die 1861 entstandene kath. Pfarrei baute 1903 die Kirche St. Cosmas und Damian, die alte, parität. Kirche ging an die Reformierten über (seit 1940 Kirchgem. S.-Killwangen-Bergdietikon). 1847 wandte sich S. gegen den Bau der Bahn Zürich-Baden; diese querte die Gem. weitab des Dorfs, der Bahnhof Killwangen-S. liegt beim Nachbardorf. 1862 wurde eine Baumwollspinnerei an der Limmat gegründet. Mit dem Bau eines Hochhauses setzte 1955 ein Bauboom ein, der im Kanton ohne Beispiel ist. In den 1960er Jahren entstanden zahlreiche weitere Hochhäuser. 1970 wurde das erste Einkaufszentrum der Schweiz nach dem Vorbild amerikan. Shopping Malls eröffnet, 1974 folgte ein zweites; dazu kamen mehrere Möbelhäuser (1973 erste Ikea-Filiale ausserhalb Schwedens) sowie Industrie- und Lagerhausbauten. 1967-78 erstellten die SBB den Rangierbahnhof Limmattal auf dem Gelände des vormaligen Segelflugplatzes. 1971 wurde die Autobahn A1 nordöstlich der Bahnlinie eröffnet; S. erhielt 2008 einen Halbanschluss Richtung Westen. 1960 arbeiteten 66% der Erwerbstätigen im 2. Sektor, 2005 noch 19%. In S. bestanden 2005 7'186 Arbeitsplätze. Der Ausländeranteil an der Bevölkerung liegt seit den 1980er Jahren bei über einem Drittel (2005 49%). Das 1974 eingeführte Gemeindeparlament (Einwohnerrat) wurde 1986 wieder durch die Gemeindeversammlung abgelöst.


Literatur
– R. Brüschweiler et al., S., 2000

Autorin/Autor: Andreas Steigmeier