22/05/2008 | Rückmeldung | PDF | drucken

Frauenbefreiungsbewegung (FBB)

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Im Gefolge der Studentenrevolten schlossen sich Ende 1968 Frauen in Zürich zusammen und traten an einer Kundgebung im Febr. 1969 erstmals als FBB in der Öffentlichkeit auf. Es folgten Gründungen in weiteren Städten der dt., franz. (Mouvement pour la Libération de la femme, MLF) und der ital. Schweiz (Movimento Femminista Ticinese, MFT), die sich lose vernetzten. In bewusster Anlehnung an die Befreiungsbewegung der Dritten Welt wurde die Befreiung der Frauen aus den Zwängen der Kleinfamilie postuliert (Geschlechterrollen). Mit medienwirksamen Aktionen kritisierte die FBB die Stellung der Frauen in der Gesellschaft und die herrschende Sexualmoral. Gefordert wurden Kindertagesstätten, der freie Zugang zu Verhütungsmitteln und der straflose Schwangerschaftsabbruch (Abtreibung). Die FBB markierte die Anfänge der Neuen Frauenbewegung und ging in den 1980er Jahren in der Vielfalt des Feminismus auf.


Literatur
Frauengeschichte(n), hg. von E. Joris, H. Witzig, 1986
– J. Bucher, B. Schmucki, FBB, 1995
– Y. Voegeli, Zwischen Hausrat und Rathaus, 1997
– J. de Dardel Révolution sexuelle et Mouvement de libération des femmes à Genève (1970-1977), 2007

Autorin/Autor: Elisabeth Joris