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No 6

Andlau, Konrad Karl Friedrich von (von Birseck)

geboren 23.12.1766 Arlesheim,gestorben 25.10.1839 Freiburg i.Br., kath., 1815 Ehrenbürger von Pruntrut. Sohn des Franz Carl ( -> 2). ∞ Maria Sophia, Freiin von Schakmin. A. trat 1780 in das fürstbischöfl. Regiment von Eptingen ein, in dem er 1786 zum Unterleutnant befördert wurde. Nach dem Rechtsstud. in Würzburg wurde er 1788 Hofratsassessor in Pruntrut. In der Ständeversammlung des Fürstbistums Basel vertrat er 1791 den landsässigen Adel. 1792 floh er als designierter Obervogt des Birsecks nach Biel (BE), 1793 nach Olten und 1794 nach Freiburg i.Br. Hier wurde er bald vorderösterr. Regierungsrat, 1802 Administrator des Breisgaus und der Ortenau, nach dem Übergang an das Grossherzogtum Baden (1805) Regierungspräs. in Freiburg i.Br. und 1807 Hofrichter. 1809 und 1810 vertrat er als ausserordentl. Gesandter das Grossherzogtum in Paris. 1810-13 war er bad. Innenminister. Zum Familienbesitz im nunmehr franz. Birseck hatte A. ab 1801 weitere Güter (u.a. Schloss Birseck) hinzuerworben. Zusammen mit Domherr Johann Heinrich von Ligerz richtete er 1810-12 den Engl. Garten und den Andlauerhof in Arlesheim wieder her. Auf Betreiben des Fürsten Metternich, seines Vetters, ernannte ihn 1814 der österr. Ks. Franz I. zum alliierten Generalgouverneur der Freigrafschaft Burgund, des Dep. Vogesen und des sog. Fürstentums Pruntrut mit Sitz in Vesoul (F). Nach dem Frieden von Paris (1814) beschränkte sich das Generalgouvernement auf das ehem. Fürstbistum Basel. A. versuchte mit seinem Schwager Ursann Konrad Joseph von Billieux erfolglos, einen eigenen Kt. unter seiner Führung zu bilden, und setzte sich damit in Gegensatz zu den Alliierten, zur eidg. Tagsatzung und zum Kt. Bern. Seine Verwaltung war belastet durch die von den Siegern dem Land auferlegten Requisitionen. Am 20.8.1815 musste er es nach dem Wiener Kongress dem eidg. Kommissär Hans Conrad Escher übergeben. 1815 kehrte A. nach Freiburg i.Br. zurück; er war 1815-17 mit der Schuldenliquidation zwischen den Alliierten und der Schweiz beschäftigt und 1817-33 wieder bad. Hofrichter.


Literatur
– M. Jorio, Der Untergang des Fürstbistums Basel (1792-1815), 1982, 234-237

Autorin/Autor: Marco Jorio