Philhellenismus

Der P. war eine aus Griechenlandbegeisterung geborene polit.-kulturelle Bewegung vor dem Hintergrund des griech. Nationalaufstandes (1821-30). Er speiste sich neben einer idealisierenden Antikenrezeption und religiösen Motiven vielerorts aus demokrat.-nationalen Sehnsüchten. Auch in der Schweiz organisierten sich die Philhellenen, so etwa im "Züricher Hilfsverein für die Griechen". Freiwillige brachen auf, unter ihnen der später vor Messolongi gefallene Johann Jakob Meyer. Neben Basel und Zürich war Genf einer der Schwerpunkte des P., wo die griech. Sache im Bankier Jean-Gabriel Eynard und im Arzt Louis-André Gosse zwei tatkräftige Förderer fand. Von der Schichten übergreifenden Dynamik des P. zeugt, dass der Aufstand auch Eingang ins Schweizer Volkstheater (z.B. 1829 in Stäfa) fand.


Literatur
– E. Rothpletz, Die Griechenbewegung in der Schweiz während des hellen. Freiheitskampfes, 1948
– R. Dünki, Aspekte des P. in der Schweiz 1821-1830, 1984
Regards sur le philhellénisme, hg. von C. Montandon, 2008

Autorin/Autor: Ekkehard Wolfgang Bornträger