21/08/2009 | Rückmeldung | PDF | drucken | 

Oetwil an der Limmat

Polit. Gem. ZH, Bez. Dietikon. Agglomerationsgem. auf der rechten Limmattalseite an der Grenze zum Kt. Aargau. Vermutlich um 850 Otenwilare. 1634 ca. 73 Einw.; 1709 138; 1850 250; 1900 241; 1950 258; 1980 1'399; 2000 2'120. O. gehörte zum Blutgerichtskreis der Grafschaft Baden, niedergerichtlich zum habsburg. Amt Siggenthal. Lehensträger der Vogtei waren 1340-43 der Zürcher Bürger Jakob Schwend, danach als habsburg. Dienstleute die Fam. Businger. 1432 kam die Vogtei - seit der 1415 gegen Hzg. Friedrich IV. von Habsburg verhängten Reichsacht formal ein Reichslehen - kaufsweise zum Zürcher Bürger Peter Schön. Noch im selben Jahr wechselte die Vogtei zur Fam. Meyer von Knonau, welche sie 1435 in die Herrschaft Weiningen einfügte. 1798 wurde O. dem helvet. Kanton Baden, 1803 dem Kt. Zürich zugeteilt, wo die Gem. bis 1989 zum Bez. Zürich gehörte. Ober- und Unteroetwil bildeten bis 1870 eigene Zivilgemeinden. Die beiden Ortskerne Ober- und Unteroetwil waren kirchlich zweigeteilt. Oberoetwil gehörte seit dem MA zur Pfarrei Weiningen, Unteroetwil zur Pfarrei Würenlos, nach der Reformation zur Kirchgem. Otelfingen und seit 1867 ebenfalls zur Kirchgemeinde Weiningen. Die 1965 archäologisch untersuchte Filialkapelle St. Johann in Unteroetwil ist 1370 erwähnt. Die 1865 gegr. Seidenzwirnerei stand von 1915 bis zum Tod des Firmeninhabers 1982 im Besitz der Fam. Wettstein; dann wurden die markanten Fabrikgebäude am Limmatufer abgerissen. 1974-77 betrieb die Gem. mit der Restaurierung der Gebäudegruppe Meierhof, Zehntenspeicher und Gemeindehaus aktiven Ortsbildschutz. 1990 wurde das nach einem kommunalen Gestaltungsplan gebaute Dorfzentrum Chirchhöfli eingeweiht. 1980 erfolgte die Melioration der Geländekammer Wiesental. War die Gem. 1920 mit 63% der erwerbstätigen Wohnbevölkerung im 1. Sektor noch stark bäuerlich geprägt, so zeigte sie sich 2000 als sog. Schlafgemeinde mit 85% Wegpendlern.


Literatur
– O. Allemann, Die Gerichtsherrschaft Weiningen-O. 1130-1798, 1947
– K. Grunder, «Ehem. Zehntenspeicher», in Vom Grabhügel zur Ökosiedlung, hg. von R. Böhmer et al., 2007, 224 f.

Autorin/Autor: Martin Illi