Vaterland

Die kath.-konservative Tageszeitung V. erschien erstmals am 1.10.1871 in Luzern. Das Blatt trat an die Stelle der ab 1833 von der Druckerei Räber herausgegebenen "Luzerner Zeitung". Die Zeitungsgründer, darunter der bischöfl. Kanzler Josef Duret, strebten eine überregionale Wirkung an. Dieser Anspruch liess sich nicht verwirklichen: 1939 war die Leserschaft zu drei Vierteln auf den Kt. Luzern beschränkt. Das Blatt galt als Stimme der kath.-konservativ dominierten Luzerner Kantonsregierung. Mit Heinrich Walther (1919-47) bzw. Emil Emmenegger (1947-68) hatte während Jahrzehnten ein Regierungsrat das Verwaltungsratspräsidium inne. Gedruckt wurde die Zeitung bis 1959 bei Räber, danach in der verlagseigenen Druckerei Maihof. 1991 fusionierte das Blatt mit dem früheren Hauptkontrahenten, dem freisinnigen "Luzerner Tagblatt", zur "Luzerner Zeitung" ("Neue Luzerner Zeitung").


Literatur
– M. Huber, Gesch. der polit. Presse im Kt. Luzern 1914-1945, 1989
– K. Suter, Pressegesch. des Kt. Luzern von 1945 bis 1970, 1996
– D. Luginbühl Vom "Zentralorgan" zur unabhängigen Tageszeitung? Das "Vaterland" und die CVP 1955-1991, 2007

Autorin/Autor: Max Huber