11/06/2004 | Rückmeldung | PDF | drucken

Bellikon

Polit. Gem. AG, Bez. Baden, an der Westflanke des Heitersbergs, bestehend aus den Dörfern B. und Hausen. 12. Jh. Pellikon. 1799 B. 180 Einw., Hausen 125; 1850 (zusammen) 440; 1900 377; 1950 434; 2000 1'303. Neolith. Einzelfunde. 1934 wurde an der Römerstrasse Vindonissa-Turicum ein röm. Gutshof entdeckt. Die Habsburger sind um 1300 als erste Inhaber des Hochgerichts belegt. In der 1415 eidgenössisch gewordenen Grafschaft Baden war B. Teil des Amtes Rohrdorf. Die Zürcher Ratsfamilie Krieg, die von 1353 an Vogtei und niedere Gerichtsbarkeit besass, errichtete um 1500 Schloss B. (spätgotisch, 1909 stark umgebauter Rechteckbau, Schlosskapelle von 1676). Nach zwei Besitzerwechseln erwarben 1640 die Schmid von Uri (fortan Schmid von B.) das Schloss und die niedere Gerichtsbarkeit. 1798 wurde B. zum Kt. Baden, 1803 zum Kt. Aargau geschlagen. Gleichzeitig wurden B. und Hausen zu einer selbstständigen polit. Gem. vereinigt. Die Schmid, die 1798 B. verlassen hatten, kauften das Schloss nach der Revolutionszeit zurück (später mehrere Besitzerwechsel). Das kath. gebliebene B. war kirchgenössig nach Oberrohrdorf. Um 1700 stifteten die Schmid eine Kaplaneipfründe. 1925 wurde B. zur Pfarrei erhoben. Die neurom. Kirche (erbaut 1854-55) wurde 1977 durch ein Kirchenzentrum ersetzt. Bis in die jüngste Zeit dominierte die Landwirtschaft (1950 41% der Erwerbstätigen). 1990 stellte der 1. Sektor noch 9,5% der Arbeitsplätze (3. Sektor 86%). Die an der Buslinie Baden-Mutschellen gelegene Ortschaft hat seit den 1960er Jahren eine starke Bautätigkeit erlebt. Sie orientiert sich sowohl nach Baden als auch nach Zürich. Das Ortsbild wird seit 1974 von einer Rehabilitationsklinik der Suva (250 Betten) geprägt.


Literatur
– W. Drack, «Die röm. Villa rustica von B.-Aargau», in ZAK 5, 1943, 86-122
Kdm AG 6, 1976, 340-348

Autorin/Autor: Andreas Steigmeier