• <b>Duell</b><br>Gerhard von Stäffis tötet am 7. August 1397 in Bourg-en-Bresse Otto III. von Grandson im Zweikampf. Darstellung des Duells um 1483 in der "Amtlichen Berner Chronik" von  Diebold Schilling (Burgerbibliothek Bern, Mss.h.h.I.1, S. 278).

Duell

Das D. ist ein bewaffneter Zweikampf zwischen Männern, der auf Grund einer Vereinbarung nach traditionellen Regeln mit tödl. Waffen und in Gegenwart von Zeugen ausgetragen wird. Weil im D. das staatl. Gewaltmonopol unterlaufen wird, wurde diese ritualisierte Form der privaten Rechtsfindung und Konfliktregelung mit dem Ausbau der Gerichtsbarkeit untersagt (Strafrecht).

<b>Duell</b><br>Gerhard von Stäffis tötet am 7. August 1397 in Bourg-en-Bresse Otto III. von Grandson im Zweikampf. Darstellung des Duells um 1483 in der "Amtlichen Berner Chronik" von  Diebold Schilling (Burgerbibliothek Bern, Mss.h.h.I.1, S. 278).<BR/>
Gerhard von Stäffis tötet am 7. August 1397 in Bourg-en-Bresse Otto III. von Grandson im Zweikampf. Darstellung des Duells um 1483 in der "Amtlichen Berner Chronik" von Diebold Schilling (Burgerbibliothek Bern, Mss.h.h.I.1, S. 278).
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Im MA diente das D. als Rechtsbeweis. Das Landrecht von Lausanne (1362) widmete ihm mehrere Artikel. Otto III. von Grandson war eines der berühmtesten Duellopfer (1397). Das D. etablierte sich ab dem 17. Jh. in Europa vornehmlich in Adelskreisen, im Offizierscorps und im Berufsbeamtentum. Die persönl. Teilnahme an D.en war den Männern der führenden Schichten eine Pflicht. In der Schweiz bildete sich keine sog. satisfaktionsfähige Gesellschaft heraus, die ihre Ehrenangelegenheiten über das D. regelte (Ehre); dennoch wurde es 1651 in Bern verboten.

Das D. fand ab den 1840er Jahren in Studentenkreisen in Form der student. Mensur eine gewisse Verbreitung. Bei den D.en in schlagenden Studentenverbindungen (etwa der Helvetia) handelte es sich meist um sog. Bestimmungsmensuren, denen keine Ehrverletzung zugrunde lag. Die beiden Gegner wurden von der Verbindungsleitung vorgängig festgelegt. Ziel dieser student. Mensuren, mehrheitl. ein deutschschweiz. Phänomen, war die Erziehung der Duellanten zu einer besonders ausgeprägten Virilität. In der franz. Schweiz bestanden im 19. Jh. nur einige wenige schlagende Studentenverbindungen, in der ital. keine. Die meisten kant. Strafgesetzbücher des 19. Jh. enthielten ein Duellverbot. Es führte um 1900 im Zürcher Zofingerverein, der ein Sonderstatut zugunsten des D.s erhalten hatte, zu schweren Auseinandersetzungen. Auch in anderen Studentenverbindungen war es umstritten. Das Strafgesetzbuch von 1937 stellte das D. als Delikt gegen Leib und Leben unter Strafe. Allerdings kennt das Gesetz keine Definition des D.s, weshalb die student. Duellanten meist straflos ausgehen.


Literatur
– A. Gautier, Sur le duel et sa répression en Suisse, 1898
– W. Haefelin, Der Zweikampf im schweiz. Strafrecht, 1946
– A. Mercier, Le jugement de Dieu ou duel judicaire au moyen-âge en Burgondie-Romandie, 1950
– V.G. Kiernan, The Duel in European History, 1988
– U. Frevert, Ehrenmänner, 1991
– M. Porret, «"Il faut que j'aie ta vie ou que tu aies la mienne"», in L'infrajudiciaire du Moyen Age à l'époque contemporaine, 1996, 175-187
– C. Vuilleumier, «Les duels», in Bull. de la Compagnie de 1602, 318, 1998, 39-45

Autorin/Autor: Lynn Blattmann