12/08/2009 | Rückmeldung | PDF | drucken | 

Oberengstringen

Polit. Gem. ZH, Bez. Dietikon. Dorf in einer Hangnische am rechten Limmatufer an der Strasse von Zürich über Höngg nach Baden, das sich von 1950 bis 1970 stürmisch zur Vorortsgemeinde der Stadt Zürich entwickelte. 870 Enstelingon (Engstringen), 1306 Obren Enstringen. 1634 61 Einw.; 1850 453; 1888 322; 1900 416; 1950 1'242; 1960 4'088; 1980 6'154; 2000 5'879. Fund einer Terrassensiedlung aus der mittleren Bronzezeit beim Bau des Zentrums O. 1977. Nach der Karte von Hans Conrad Gyger von 1667 zu schliessen, diente der Dorfbach als Siedlungsachse. 1291 wird die Mühle Lanzenrain an einem Nebenarm der Limmat erwähnt. Güter und Rechte in O. besassen die Klöster Wettingen und insbesondere Fahr. 1306 verkaufte Lütold von Regensberg u.a. die Vogtei und das Niedergericht über das Dorf O. an die Zürcher Bürger Jakob und Berchtold Schwend. Nach Handänderungen wurde O. 1435 Teil der Gerichtsherrschaft Weiningen, die bis 1798 in den Händen der Zürcher Fam. Meyer von Knonau lag. Hochgerichtlich gehörte das Dorf 1415-1798 zur Grafschaft Baden. 1798 wurde es dem Kt. Zürich und dem Distrikt Regensberg zugeteilt. Ab 1803 bis zur Schaffung des neuen Bez. Dietikon 1989 war die Gem. Teil des Bez. Zürich. O. gehörte mehrheitlich zur Pfarrei Höngg, fünf Haushalte waren nach Weiningen kirchgenössig (bis 1928). Im 16. Jh. wurden die Allmendnutzungsrechte auf 21 Gerechtigkeiten beschränkt. Konflikte um Weiderechte brachen 1634 zwischen Bauern und Taunern aus. 1746 machte der Gerichtsherr die von der Gem. beschlossene Allmendteilung teilweise rückgängig. 1813 begründete Heinrich Bebié eine Baumwollspinnerei, die bis 1880 betrieben wurde. 1847 beschloss der Regierungsrat den Ausbau der rechtsufrigen Limmattalstrasse (Zürcherstrasse), die dann im 20. Jh. zur dominierenden Siedlungsachse wurde. Eine erste Zonenplanung erfolgte 1935. Die Zunahme der Wohnbevölkerung 1950-60 um 230% bedeutete einen Landesrekord. 2000 waren 83% der Erwerbstätigen in O. Wegpendler.


Literatur
– O. Allemann, Die Gerichtsherrschaft Weiningen-Oetwil 1130-1798, 1947
Halt auf Verlangen: Ober-Engstringen, 1982
– H. Arnet, Das Kloster Fahr im MA, 1995
– M. Leonhard, «Ankenhof», in Vom Grabhügel zur Ökosiedlung, 2007, 212 f.

Autorin/Autor: Martin Illi