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Pacius, Julius

geboren 1550 (Giulio Pace) Vicenza,gestorben 1635 Valence (Dauphiné), kath., später ref., später wieder kath., 1574 Habitant von Genf, 1576 Bürger. ∞ 1578 Zabetta Venturini, Enkelin des Bernardino Ochino. Nach dem Stud. der Rechte und der Philosophie in Padua flüchtete P. aus religiösen Gründen nach Genf. Als Schüler und späterer Mitarbeiter von François Hotman hielt er ab 1575 Vorlesungen zum röm. Recht (institutiones) an der Genfer Akademie. 1580 wurde er Nachfolger von Hotman an der Akademie und war 1582-83 stellvertretender Lektor der sieben artes liberales. Auf Kosten seines Unterrichts an der Akademie gab er nebenbei gut besuchte Privatstunden in Recht und Philosophie. 1584 wurde er deswegen zurechtgewiesen und fühlte sich so beleidigt, dass er 1585 einen Ruf an die Univ. Heidelberg annahm. 1595 wurde P. nach Sedan berufen, bemühte sich aber um eine Rückkehr nach Genf und erhielt dort im folgenden Jahr einen Lehrstuhl für Recht sowie eine Vorlesung für Logik. Seine lullist. Ausrichtung trug ihm das Misstrauen der Compagnie des pasteurs ein. 1597 unterrichtete er in Nîmes, 1602 in Montpellier, später in Valence, wo er den Lehrstuhl von Jacques Cujas übernahm und zum kath. Glauben zurückkehrte. Als ital. Anhänger des mos gallicus und beachteter Kommentator der Schriften Aristoteles' gehörte P. zu den berühmtesten Rechtsgelehrten seiner Zeit. Er vertrat in Genf die Tradition des jurist. Humanismus zwischen François Hotman und Denys und Jacques Godefroy.


Literatur
Histoire de l'université de Genève 1, 1900, 277-282, 291-295
– A. Dufour, «Un adepte italien de l'humanisme juridique à Genève», in Genève et l'Italie, 1969, 113-147

Autorin/Autor: Alfred Dufour / ASCH