• <b>Jean-Jacques Burlamaqui</b><br>Porträt. Öl auf Leinwand von  Robert Gardelle,   um 1725 (Bibliothèque de Genève).

No 1

Burlamaqui, Jean-Jacques

geboren 13.7.1694 Genf, gestorben 3.4.1748 Genf, ref., von Genf. Sohn des Jean-Louis, Kastlans des Mandement Peney, Mitglieds des Rats der Zweihundert, und der Suzanne Favre de la Croix. ∞ Renée de Chapeaurouge, Tochter des Jacob de Chapeaurouge. B. absolvierte ein brillantes Stud. der Philosophie und Jurisprudenz an der Akad. Genf. Nach Erlangung des Anwaltspatents (1716) zeigte er bald Vorlieben für die Rechtslehre und den Unterricht. B. erteilte Söhnen aus reichem Haus sowie jungen ausländ. Adligen, die sich eine jurist. Ausbildung aneignen wollten, Privatunterricht. Der Erfolg dieser Privatlektionen in Verbindung mit dem Antrag dt. Studenten, an der Akademie Kurse in Naturrecht und öffentl. Recht einzurichten, veranlasste B., die Universitätslaufbahn einzuschlagen. Er bewarb sich und erhielt 1720 die Stelle und den Titel eines Ehrenprofessors. 1720-21 hielt er sich in England und in den Niederlanden auf, namentlich bei Jean Barbeyrac in Groningen. 1723 wurde B. mit Jean Cramer zum Prof. für Natur- und Zivilrecht ernannt. In dieser Eigenschaft unterrichtete er abwechselnd Naturrecht nach Samuel von Pufendorfs "De officio hominis et civis" und röm. Recht nach den "Institutes" Justinians. Während seines England-Aufenthalts wurde er in den Rat der Zweihundert, 1730 in den Rat der Sechzig aufgenommen und nahm so auch am polit. Leben der Stadt teil. Er war auch bei den Unruhen von 1734 aktiv, da er den Auftrag hatte, mit Pierre Mussard, Michel Lullin de Châteauvieux und Jean-Louis Du Pan über die "représentations" (Beschwerdeschriften) der Altbürger (citoyens) und Neubürger (bourgeois) zu berichten. Unterbrochen durch einen kurzen Aufenthalt am Hof des Landgf. von Hessen-Kassel 1735 zur Ausbildung des jungen Prinzen Friedrich, lehrte B. bis 1739. Dann bat er aus gesundheitl. Gründen um Entlastung und wurde durch den Anwalt Pierre Lullin ersetzt, der ihn 1740 offiziell ablöste. Nach seinem Rückzug aus dem akadem. Leben nahm er 1742, nach mehrmaliger Ablehnung, eine Wahl in den Kl. Rat an, wo er bis zu seinem Tod einen Sitz innehatte. B. hatte ein ausgeprägtes Interesse für die Schönen Künste. Sein Leben lang interessierten ihn Bildhauerei, Architektur, Musik und Malerei. Er besass eine schöne Sammlung von Gemälden und Stichen und war Initiator der 1751 gegründeten öffentl. Zeichenschule.

<b>Jean-Jacques Burlamaqui</b><br>Porträt. Öl auf Leinwand von  Robert Gardelle,   um 1725 (Bibliothèque de Genève).<BR/>
Porträt. Öl auf Leinwand von Robert Gardelle, um 1725 (Bibliothèque de Genève).
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Werke
Principes du droit naturel, 1747
Principes du droit politique, 1751
Literatur
– R.F. Harvey, Jean Jacques B.: a liberal Tradition in American Constitutionalism, 1937
– B. Gagnebin, B. et le droit naturel, 1944
– A. Dufour, Le mariage dans l'école romande du droit naturel au XVIIIe siècle, 1976
– A. Riklin, Jean-Jacques B. und die Genfer Aristodemokratie, 1989

Autorin/Autor: Alfred Dufour / KMG