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Clavel, Jacques Abram Daniel (de Brenles)

geboren 13.9.1717 Lausanne,gestorben 9.11.1771 Lausanne, ref., von Cully und Ropraz. Sohn des Vincent Jean Daniel, Mitherrn von Brenles, und der Jeanne Abigaïl Crousaz. ∞ Etiennette Chavannes, Tochter des Pfarrers César, die einen angesehenen Salon führte und Joseph Addisons "Cato" übersetzt haben soll. Herr von Brenles. Stud. der Rechte an der Akad. Lausanne und an der Univ. Marburg (1740 Doktorat in Naturrecht, auf der Linie von Christian Wolff). 1748 Kastlan von Villette. 1754-71 Vogteirichter in Lausanne. Ab 1762 Mitglied der Untersuchungskommission, welche die Kommentare Jacques-François Boyves zum Landrecht von Lausanne prüfte. Renommierter Anwalt und Rechtsgelehrter, wurde C. vom preuss. König Friedrich II. 1768 anlässlich der Gaudot-Affäre in Neuenburg zu Rate gezogen und mit der Redaktion eines Gesetzbuchs für das Fürstentum beauftragt; C. starb vor dessen Vollendung. 1770 wurde C. zum Nachfolger von Béat-Philippe Vicat an der Akad. Lausanne ernannt. In seiner kurzen Amtszeit vom März 1771 bis zu seinem Tod konnte er den jurist. Lehrbetrieb dort kaum beeinflussen. 1763 Mitglied der Ökonom. Gesellschaft von Bern und gelegentl. Mitarbeiter des Blattes "Aristide et le Citoyen", das 1766-67 von der Moral. Gesellschaft herausgegeben wurde. Verfasser des "Eloge historique de M. Charles-Guillaume Loys de Bochat" (1755), von Briefen über die Neuenburger Unruhen sowie von Plädoyers und Denkschriften. C. und seine Frau waren mit Voltaire befreundet.


Archive
– BCUL, Nachlass C.
Literatur
– O. Pavillon, C. Roth, Inventaire des archives de la famille C. de Cully, 1964
– J.-F. Poudret et al., L'enseignement du droit à l'Académie de Lausanne aux XVIIIe et XIXe siècles, 1987, 46-49

Autorin/Autor: Fabienne Abetel-Béguelin / MF