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Butor, Michel

geboren 14.9.1926 Mons-en-Barœul (Nord-Pas-de-Calais),gestorben 24.8.2016 Contamine-sur-Arve (Auvergne-Rhône-Alpes), kath., Sohn des Emile, Angestellten bei der SNCF, und der Anne geb. Brayeux. ∞ Marie-Josèphe Mas. Schüler am Lycée Louis-le-Grand in Paris. Nach Kriegsende bereitete B. ein Lizentiat in klass. Philologie vor, schloss aber in Philosophie ab. Es folgten zahlreiche Auslandreisen und -aufenthalte (u.a. in England, Griechenland, Ägypten, den USA). 1974-91 war er Prof. für moderne franz. Literatur an der Univ. Genf. B. hat mehr als fünfzig Werke geschrieben, darunter "La Modification" (1957, Renaudot-Preis), "Répertoires I-V" (1960-82), "Mobile" (1962), "Travaux d'approche" (1972), "Matière de rêves I-V" (1975-85), Improvisationen über Rimbaud, Balzac und Flaubert ("Improvisations", 1984-98), "Transit" und "Gyroscope" ("Le génie du lieu", Bd. 4 und 5, 1993-96), sowie zahlreiche Artikel in Zeitschriften. Bekannt wurde er v.a. nach dem Erfolg von "La Modification" als einer der Begründer des nouveau roman. Er wandte sich aber von diesem Genre sehr bald ab und schuf ein vielfältiges Werk, das Elemente versch. Gattungen wie Literatur, bildende Kunst, Musik und sogar Ethnologie vereint. Seine Bücher, deren Struktur auf der Kombinatorik basiert, zwingen den Leser gewissermassen, den Stoff unter dem Gesichtspunkt der Entschlüsselung und Transformation des Realen neu zu schreiben.


Literatur
– J. Roudaut, Michel B., ou le livre futur, 1964
L'Arc 39, 1969
– L. Daellenbach, Le Livre et ses miroirs dans l'œuvre romanesque de Michel B., 1972
Colloque de Cerisy, 1973
– M. Butor, Improvisations sur Michel B., 1993
B. aux quatre vents, hg. von L. Daellenbach, 1997

Autorin/Autor: Pascal Antonietti / KMG