• <b>Geroldswil</b><br>Die Ebene zwischen Dietikon (unten) am linken und Geroldswil am rechten Limmatufer. Luftaufnahme gegen Nordosten von  Walter Mittelholzer,  1930 (ETH-Bibliothek Zürich, Bildarchiv / Stiftung Luftbild Schweiz, LBS_MH01-006003A). Die Symbiose zwischen Geroldswil und der Limmat drückt sich im Ortswappen aus, das auf blauem Hintergrund die Geräte für den Lachsfang abbildet. Nach dem zerstörerischen Hochwasser von 1876 wurden Kanalisierungsarbeiten ausgeführt, deren negative Auswirkungen man seit 2005 zu korrigieren versucht. Das Flussbett mit seinen vormaligen Windungen ist mit der Modernisierung der Wettinger Staumauer und den entsprechenden ökologischen Kompensationsmassnahmen bereits renaturiert worden.

Geroldswil

Polit. Gem. ZH, Bez. Dietikon. Das ursprüngl. Strassendorf in einer Hangnische entwickelte sich in der 2. Hälfte des 20. Jh. zu einer suburbanen Siedlung der Agglomeration Zürich im Limmattal. 1255 Geroltzwiler. 1467 3 Haushalte; 1634 56 Einw.; 1799 137; 1850 194; 1900 141; 1950 441; 1960 844; 1970 2'818; 2000 4'540. Als Teil der Herrschaft Weiningen unterstand G. bis 1798 hochgerichtlich der Grafschaft Baden. Die Vogtgerichtsbarkeit befand sich 1306-1798 in den Händen von Zürcher Bürgern, während das Kloster Fahr (bzw. Einsiedeln) grundherrl. Herrschaftsrechte ausübte. Ein Hof in G. gehörte dem Kloster Wettingen und war bis 1695 auch gerichtlich von Fahr exemt. G. lag in der Pfarrei Weiningen, mit dem es heute noch eine ref. Kirchgemeinde bildet (kath. Kirchgemeinde seit 1986). Erst im 18. Jh. erfolgte die Gemeindebildung. Da sich die Verkehrsachse auf die gegenüberliegende Talseite verlagerte, siedelten sich im 19. Jh. nur wenige Industriebetriebe an. 1930 waren noch 25% der Erwerbstätigen im 1. Sektor beschäftigt, aber bereits 48% der Einwohner Wegpendler (2000 rund drei Viertel Wegpendler). 2000 zählte G. 1'420 Erwerbstätige in der Gem., davon über zwei Drittel im 3. Sektor. Mit einem Bevölkerungsanstieg um 234% (1960-70) war G. die am viertstärksten wachsende Gem. des Kantons. Seit 1972 führt die Autobahn A1 durch das Gemeindegebiet. Da G. keinen Dorfmittelpunkt besass, gab sich der Vorort 1974 mit einem Gemeindezentrum (Saal, Hotel mit Restaurant, Geschäften, Hallenbad, ref. und kath. Kirche, Bank usw.) eine neue Identität. Die Studie "X-Wil" von 1976 zeigte am Beispiel von G. Probleme schnell wachsender Agglomerationsgemeinden, in denen Wohnen, Arbeit und Freizeit räumlich auseinander dividiert waren, Neuzuzüger, meist junge Kernfamilien, die wichtigste Bevölkerungsgruppe darstellten und die soziale Durchmischung in den versch. Quartieren nicht mehr funktionierte.

<b>Geroldswil</b><br>Die Ebene zwischen Dietikon (unten) am linken und Geroldswil am rechten Limmatufer. Luftaufnahme gegen Nordosten von  Walter Mittelholzer,  1930 (ETH-Bibliothek Zürich, Bildarchiv / Stiftung Luftbild Schweiz, LBS_MH01-006003A).<BR/>Die Symbiose zwischen Geroldswil und der Limmat drückt sich im Ortswappen aus, das auf blauem Hintergrund die Geräte für den Lachsfang abbildet. Nach dem zerstörerischen Hochwasser von 1876 wurden Kanalisierungsarbeiten ausgeführt, deren negative Auswirkungen man seit 2005 zu korrigieren versucht. Das Flussbett mit seinen vormaligen Windungen ist mit der Modernisierung der Wettinger Staumauer und den entsprechenden ökologischen Kompensationsmassnahmen bereits renaturiert worden.<BR/>
Die Ebene zwischen Dietikon (unten) am linken und Geroldswil am rechten Limmatufer. Luftaufnahme gegen Nordosten von Walter Mittelholzer, 1930 (ETH-Bibliothek Zürich, Bildarchiv / Stiftung Luftbild Schweiz, LBS_MH01-006003A).
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Literatur
– O. Allemann, Die Gerichtsherrschaft Weiningen-Oetwil 1130-1798, 1947
– J. Vontobel, Zum Bischpil X-Wil, 1976
Fs. zum Jubiläum "750 Jahre G.", 2005

Autorin/Autor: Martin Illi