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Jaccottet, Philippe

geboren 30.6.1925 Moudon, ref., von Echallens. Sohn des André, Tierarztes, und der Anna geb. Neeser. ∞ 1953 Anne-Marie Haesler, Kunstmalerin, Tochter des Louis, Druckers. Stud. der Philosophie und der griech. und der dt. Philologie an der Univ. Lausanne, 1946 Lizentiat. J. verkehrte mit Gustave Roud, Charles Ferdinand Ramuz, René Auberjonois und Lélo Fiaux. Auf Anregung des Verlegers Henry-Louis Mermod begab er sich 1946 nach Paris, wo er bis 1952 wohnte und Beziehungen zu Literaten, u.a. zu Francis Ponge, knüpfte. 1953 liess er sich mit seiner Frau in Grignan (Drôme) nieder, nahm aber weiter aktiv am literar. Leben der Westschweiz teil. Seine ausgezeichneten Übersetzungen aus dem Deutschen (Thomas Mann, Rainer Maria Rilke, Friedrich Hölderlin, Robert Musil) und dem Italienischen (Giacomo Leopardi, Giuseppe Ungaretti) machten ihn bekannt. Er verfasste die Erzählung "L'obscurité" (1961), Tagebücher ("La seconde semaison" 1996) und Essais ("Une transaction secrète" 1987), in denen er sich mit der Dichtkunst auseinandersetzt. Seine bekanntesten Bücher sind die Gedichtbände "L'ignorant" (1957), "Airs" (1967), "Leçons" (1969) und "Après beaucoup d'années" (1994), die eine bewundernswerte Meditation über die Grenzen der Sprache, die Schönheit der Welt sowie deren verborgene und dunkle Seiten darstellen. Unentwegt sucht er nach der richtigen Form der Sprache, wobei er nie belehrend wird und keine realitätsfernen Bilder benutzt. Die Wahrnehmung der Welt ist immer mit der Suche nach Sinn verbunden; dies in Sprache zu fassen, erfordert das Streben nach möglichster Einfachheit. 1970 Grand Prix C.F. Ramuz, 1986 Grand Prix de Poésie der Stadt Paris, 1988 Petrarca-Preis, 2004 Goncourt-Adrien Bertrand-Stipendium für Poesie, 2010 Grosser Schillerpreis.


Werke
Paysages avec figures absentes, 1970 (21976, neu durchgesehene, erweiterte Aufl.)
Poésie: 1946-1967, 1971 (21990)
A la lumière d'hiver, 1977 (21994)
Carnets 1995-1998, 2001
Archive
– Fonds, BCUL
Literatur
Plans-fixes, [Video], 1978
Philippe J., hg. von J.P. Vidal, 1989
– Francillon, Littérature 3, 141-152
Philippe J., hg. von R. Ventresque, 2002
– A. Bergé, Philippe J., trajectoires et constellations, 2004
– L. Himy-Piéri "Paysages avec figures absentes" de Philippe J., 2007

Autorin/Autor: Patrick Amstutz / BE