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Colomb, Catherine

geboren 18.8.1892 (Marie-Louise) Saint-Prex, gestorben 13.11.1965 Prilly, ref., von Saint-Prex. Tochter des Victor-Arnold, Besitzers der Rebberge des Schlosses Saint-Prex, und der Jeanne geb. Champ-Renaud. ∞ 1921 Jean Reymond, Anwalt, Sohn des Aloys, Zahnarztes. Mit fünf Jahren durch den Tod der Mutter Halbwaise, wurde C. von ihrer Grossmutter mütterlicherseits erzogen. Sie verbrachte Kindheit und Jugend zuerst in Begnins, dann in Lausanne, wo sie 1916 ihre klass. Studien mit dem Lizentiat abschloss. Ihre Dissertation "Béat de Muralt, voyageur et fanatique" gab sie vor der Verteidigung auf. Abgesehen von längeren Aufenthalten in Deutschland, England und Paris vor ihrer Heirat verbrachte C. ihr ganzes Leben in der Waadt, in Yverdon, Lausanne und in Prilly. 1923 und 1929 gebar sie zwei Söhne.

1921 begann C. im Geheimen zu schreiben und veröffentlichte 1934 ihren ersten Roman "Pile ou Face" unter dem Pseudonym Catherine Tissot. Eine Spanne von jeweils ca. zehn Jahren trennte die danach publizierten und mit C. unterzeichneten Werke "Châteaux en enfance" (1945), "Les Esprits de la terre" (1953) und "Le Temps des anges" (1962), die alle ins Deutsche übersetzt wurden. Bis zu ihrem Tod arbeitete sie an ihrem letzten, unvollendet gebliebenen Roman "Les Royaumes combattants".

Obwohl sie Mitglied des Waadtländer und des Schweizer. Schriftstellerinnen- und Schriftsteller-Verbands sowie des Schweizer Verbands der Akademikerinnen war, hielt sie zu den literar. Strömungen ihrer Zeit Distanz. Ihre damals von der traditionellen Westschweizer Kritik unverstandene Trilogie wurde vom Dichter Gustav Roud und in Frankreich, v.a. von Jean Paulhan, beachtet, bevor sie in der franz. Schweiz als eines der wichtigsten Werke der 2. Hälfte des 20. Jh. Anerkennung fand. C. wurde mit dem Prix de la Guilde du Livre (1945), dem Prix du Livre vaudois (1956) sowie dem Prix Rambert (1962) ausgezeichnet.


Werke
Œuvres complètes, 3 Bde., 1993
Archive
– BCUL, Nachlass
Literatur
– L. Favre, Catherine C., 1993

Autorin/Autor: Anne-Lise Delacrétaz / FSC