Schlans

Ehemalige politische Gemeinde GR, Kreis Disentis, Bezirk Surselva, seit 2012 Teil der Gemeinde Trun. Höhendorf am linken Hang über dem Vorderrhein. 765 Selaunum (Kopie). 1656 180 Einw.; 1836 112; 1850 169; 1900 174; 1950 192; 2000 92. 765 schenkte Bf. Tello dem Kloster Disentis einen Meierhof und Kolonen in S., das im MA jedoch nicht zur Cadi, sondern zur Herrschaft der einheim. Herren von Slauns (1220 erw.) gehörte. Der Wehrturm in S. und die Burg Salons ob S. wurden um 1200 erbaut. Die Herrschaft gelangte dann an die Fam. von Grünenfels, an die von Montalt und 1378 durch Kauf an Ulrich Brun von Rhäzüns. Schliesslich wurde sie in die Herrschaft Jörgenberg eingegliedert, kam 1459 an die Gf. von Zollern und 1472 durch Kauf an die Abtei Disentis, die bis 1798 bzw. 1803 die Gerichtsbarkeit innehatte. 1734 erfolgte der Anschluss an das neue Gericht Rueun. 1851 wurde S. als siebte Gemeinde dem Kreis Disentis zugeordnet (bis 2000 Bezirk Vorderrhein). Kirchlich gehörte S. ehemals zu Breil/Brigels. Die Kirche St. Georg wird 998 erwähnt. 1185 wurde sie der Abtei Disentis inkorporiert, 1518 Kuratie, 1643 zur Pfarrkirche erhoben. S. hat einen hohen Investitionsbedarf (Lawinen- und Rüfenverbauungen). 2010 wurden noch vier Bauernbetriebe verzeichnet. Rund vier Fünftel der Einwohner sind rätorom. Muttersprache (2000).


Literatur
– G.A. Pfister, «Ord la historia e cultura de Schlans», in Annalas 45, 1931, 45-86
Kdm GR 4, 1942, 382-390
– I. Müller, Gesch. der Abtei Disentis, 1971
– O.P. Clavadetscher, W. Meyer, Das Burgenbuch von Graubünden, 1984
– D. Giovanoli, «Die Maiensässe von Pradas», in Bündner Bauer 11, 1991, 2-30

Autorin/Autor: Adolf Collenberg