30/11/2004 | Rückmeldung | PDF | drucken | 

Ergolz

Hauptfluss durch das Baselbiet, linksseitiger Zufluss des Rheins. Die E. entspringt im Faltenjura (Schafmatt, 930 m) und mündet auf einer Höhe von 260 m bei Augst in den Rhein. Mit ihren Zuflüssen (Eibach, Homburgerbach, Diegterbach, Hintere und Vordere Frenke, Orisbach, Violenbach) unterteilt sie den Baselbieter Tafeljura. Der 1318 erstmals erw. Fluss (Ergenzen = kelt. für Forellenfluss) diente der röm. Stadt Augusta Raurica zur Trinkwasserversorgung (Aquädukt mit Ursprung oberhalb von Liestal). Seit der Römerzeit ist das Ergolztal mit den anschliessenden Juraübergängen (Hauenstein, Schafmatt) eine wichtige Verkehrsverbindung nach Süden. Ab dem 14. Jh. sind vielfach Mühlen und Sägereien nachgewiesen, die später industriell genutzt wurden: So entstanden u.a. ab 1658 die Eisenwerke in Niederschönthal (Gem. Füllinsdorf), die im 19. Jh. in eine Spinnerei umgewandelt wurden, ausserdem die Papiermühlen in Lausen und Augst. Der im 20. Jh. zunehmenden Wasserverschmutzung begegneten die Gemeinden ab den 1960er Jahren mit Kläranlagen.


Literatur
– P. Suter, Beitr. zur Landschaftskunde des Ergolzgebietes, 21971
– N. Stettler, «Produktionsfaktor Wasser in Niederschönthal», in BHBl 59, 1994, 117-153
– M. Heller-Richoz, «Der Name der E.», in BHBl 64, 1999, 126-129

Autorin/Autor: Ruedi Brassel-Moser