Valzeina

Ehemalige politische Gemeinde GR, Kreis Seewis, Bezirk Prättigau/Davos, 2011 mit Fanas zur Gemeinde Grüsch fusioniert. Streusiedlung mit Höfen in Vorder-V., Hinter-V. und Sigg (rechte Talseite). 1367 Valtzennas. 1850 243 Einw.; 1900 216; 1950 216; 1980 115; 2000 140. Im 14. Jh. ist in V. Grundbesitz des Bf. von Chur nachgewiesen. Von Furna her wanderten Walser in das von Romanen dünn besiedelte Gebiet ein. Die Höfe unterstanden vier Gerichten, dem Gericht Vier Dörfer (Hinter-V.), dem Gericht Schiers bzw. ab 1679 dem Halbgericht Seewis (Vorder-V.), dem Halbgericht Schiers (Sigg) sowie dem Gericht Jenaz (Schwendi). 1875 wurde der Weiler Sigg (1860 39 Einw.) von Grüsch abgetrennt und Vorder-V. zugeteilt, 1891 vereinigten sich Vorder- und Hinter-V. Aus dem 1. Jt. stammt vermutlich eine St. Sisinnius geweihte Kirche. Die Kirche St. Michael wird 1512 erstmals erwähnt, um 1520 als Filiale von Zizers, 1523 als Pfarrei. 1560-70 kam es zur Reformation. Das 19. und 20. Jh. ist bis 1980 durch Emigration gekennzeichnet. Seit 1903 führt eine Fahrstrasse von der Bahnstation Seewis-V. nach V. Eine Primarschule besteht in Vorder-V., eine Real- und Sekundarschule in Grüsch. 2000 beschäftigte die Landwirtschaft mehr als drei Viertel der in V. Erwerbstätigen.


Literatur
Kdm GR 2, 1937
– J.J. Seidel, V., 1990

Autorin/Autor: Otto Clavuot