Grüsch

Politische Gemeinde GR, Kreis Schiers, Bezirk Prättigau/Davos, seit 2011 mit Fanas und Valzeina. Haufendorf auf dem Schuttkegel des Taschinasbachs, mit den Höfen Überlandquart und Cavadura (seit 1874). Um 1340 Grusch, 1375 Crüsch, rätorom. Crusch (heute ungebräuchlich). 1850 614 Einw.; 1880 577; 1888 681; 1900 629; 1950 726; 1970 709; 2000 1'210. Im 13. Jh. und bis 1344 Hoheitsgebiet der Frh. von Vaz und der Edlen von Aspermont, danach bis 1436 im Besitz der Gf. von Toggenburg, deren Nachfolge die von Montfort (1437-52) und die Vögte von Matsch antraten. Die österr. Herrschaft dauerte 1496-1649. Im 16. Jh. ist die Germanisierung abgeschlossen. Die 1495 erw. Kirche St. Jodocus wurde 1720 abgebrochen und verlegt. Bis zur Reformation (1561) gehörte G. zu St. Johann in Schiers. Vom 16. bis ins 18. Jh. errichteten die Fam. Finer, von Ott und von Salis-Soglio das Ortsbild prägende Herrenhäuser wie z.B. das Haus Zum Rosengarten (heute Heimatmuseum Prättigau). Nach dem Bau der Talstrasse (ab 1843) siedelte sich in der Gemeinde Gewerbe an, u.a. Mühle und Sägerei Lietha. Der Bau der Sportbahn G.-Danusa (1970-71), der Bauboom im Gebiet zwischen Dorf und Umfahrungsstrasse (seit 1984) sowie in Cavadura, und die Ansiedlung von Industriebetrieben in G. und Pardisla (u.a. Georg Fischer AG 1971) brachten neue Arbeitsplätze. 2000 arbeiteten rund zwei Drittel der in G. Erwerbstätigen im 2. und mehr als ein Fünftel im 3. Sektor. Ab 1988 bestand ein Oberstufenzentrum für G. und die umliegenden Gemeinden Seewis und Valzeina.


Literatur
– U. Obrecht, G., Land und Leute, 1929
Kdm GR 2, 1937, 72-78
Gem. GR

Autorin/Autor: Otto Clavuot