Calfeisen

Hochgebirgstal in der polit. Gem. Pfäfers SG, von Westen nach Osten verlaufend, von der Tamina durchflossen und bei Vättis in das Taminatal mündend. C. war nachweisbar 1346 (Kalueys) von Walsern besiedelt, als das Alpgebiet aufgeteilt und in der Folge in individuellen Parzellen genutzt wurde. Die Walser steuerten nach Pfäfers und unterstanden gerichtlich der Herrschaft Freudenberg. Für kommunale Angelegenheiten wählten sie einen eigenen Ammann. 1483 wurde das Tal eidg. Territorium. Wohl aus wirtschaftlichen und klimatischen Gründen wurde die Dauersiedlung im 16./17. Jh. aufgegeben. Die letzten Walser zogen nach Vättis. Der Ort Sankt Martin besitzt eine Kirche (1432 erstmals urkundlich erwähnt, Pfarrei Vättis) sowie alte Haus- und Wirtschaftsbauten. Heute wird C. nur noch alpwirtschaftlich und touristisch genutzt. Zwischen Sankt Martin und Vättis liegt seit 1976 der Gigerwald-Stausee.


Quellen
UB der südl. Tl. des Kt. St. Gallen, bearb. von F. Perret, 1961-
Literatur
– O. Winkler, «Über Lebensraum und Wirtschaft der freien Walser im sankt-gall. Calfeisental», in Corona amicorum, hg. von E. Egli, 1948, 135-149
– W. Vogler, «Die Walser und die Abtei Pfäfers», in Das Werk der Klöster bei der Besiedlung der Alpen, 1992, 71-87

Autorin/Autor: Werner Vogler