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Monnier, Marc

geboren 7.12.1829 Florenz, gestorben 18.4.1885 Genf, ref., von Genf. Sohn des Jacques-Louis, eines aus der Ardèche stammenden Genfers, und der Priscille geb. Lacour. ∞ Hélène Dufour, Schriftstellerin mit dem Pseudonym Jean des Roches, von Cartigny. 1832-64 war Neapel, wo sein Vater ein Hotel besass, M.s Lebensmittelpunkt. Sein Stud. führte ihn nach Frankreich, Deutschland und Genf. Als Prof. für vergleichende Literaturwissenschaften an der Univ. Genf 1864-85 hinterliess M., genannt Marc-M., eine "Histoire générale de la littérature moderne" (2 Bde., 1884-85), die aus seinen Vorlesungen hervorgegangen war. Er äusserte sich in den unterschiedlichsten Gattungen und schuf Werke als Übersetzer ("Le Faust de Goethe" 1875), Bearbeiter literar. Vorlagen ("Le Roland de l'Arioste raconté en vers français" 1878), Dramaturg (v.a. Marionettenkomödien), Essayist und Historiker ("L'Italie est-elle la terre des morts?" 1860, "Garibaldi" 1861, "Histoire du brigandage dans l'Italie méridionale" 1862) sowie als Romancier und Verfasser von Novellen ("Neapolitan. Novellen" 1899, franz. 1879; "Les contes populaires en Italie" 1880). Der gebildete Literat verfügte über einen eingängigen Stil, schrieb viel und war ein enthusiast. Vermittler, v.a. aber ein äusserst kundiger Botschafter der ital. Kultur.


Archive
– BGE, Nachlass
Literatur
– S. Baridon, Marc-M. e l'Italia, 1942
– A. Tripet, «L'Italie de Marc et Philippe M.», in Cahiers Vilfredo Pareto 12, 1974, 91-105
– Francillon, Littérature 2, 141-145

Autorin/Autor: Arnaud Tripet / AHB