23/09/2010 | Rückmeldung | PDF | drucken | 

Pagig

Ehem. polit. Gem. GR, Kreis Schanfigg, Bez. Plessur, seit dem Zusammenschluss mit Sankt Peter 2008 Teil der polit. Gem. St. Peter-P. Dorf mit zwei nebeneinanderliegenden Kleinsiedlungen am Nordhang des Mittelschanfigg. 1160 de Puigo, rätorom. früher Pagiai. 1808 75 Einw.; 1850 78; 1900 88; 1950 79; 1970 43; 2000 78. Um 1200 war die Gegend weitgehend ausgebaut. Landesherren waren als bischöfl. Lehensnehmer bis 1338 die Vazer. Ihnen folgten die Werdenberger, 1363 erstmals die Toggenburger. Die Herren von Unterwegen (erw. 1285-1498) waren Churer Ministeriale und sassen auf einer Burg unterhalb des Dorfs, von der keine Reste mehr existieren. Als Nachbarschaft der Gerichtsgem. St. Peter schloss sich P. 1436 dem Zehngerichtenbund an. Neue Landesherren waren ab 1437 die Montforter, nach 1471 die Matscher, ab 1479 Österreich. 1652 erfolgte der Auskauf der Herrschaftsrechte, 1657 der bischöfl. Lehensrechte. Kirchlich gehörte P. zu St. Peter; die Reformation wurde um 1530 eingeführt. Die rätorom. Sprache verschwand um 1570. Viehwirtschaft und Ackerbau (Hanf) waren die wichtigsten Erwerbsquellen. 1875-77 wurde die Talstrasse unterhalb des Dorfes erbaut, 1984 entstand der Skilift mit dem Berghaus. Zu Beginn des 21. Jh. war P. eine Siedlung ohne Kirche, Schule und Laden.


Literatur
– J. Ganz, P., 2000

Autorin/Autor: Jürg Simonett