Molinis

Ehemalige politische Gemeinde GR, Kreis Schanfigg, Bezirk Plessur, seit 2013 mit Calfreisen, Castiel, Langwies, Lüen, Peist und Sankt Peter-Pagig Teil der Gemeinde Arosa. Haufendorf im Talgrund des Schanfigg. 1335 Mulina, rätorom. früher Molinas. 1850 135 Einw.; 1900 106; 1950 137; 1980 83; 2000 136. Schaftlappenbeil aus der älteren Eisenzeit. Um 1200 war das mittlere Schanfigg weitgehend besiedelt. Güter besass v.a. das Churer Kloster St. Luzi. Bis 1338 waren die Vazer als bischöfl. Lehensnehmer Landesherren, dann die Werdenberger und 1363 erstmals die Toggenburger. 1436 schloss sich M. mit der Gerichtsgemeinde St. Peter dem Zehngerichtenbund an. Ab 1437 waren die Montforter Landesherren, nach 1471 die Matscher und ab 1479 Österreich. Kirchlich gehörte M. zu St. Peter; eine eigene Kirche (St. Bartholomäus) wird 1509 erwähnt; die Gemeinde wurde 1530 reformiert. Um 1570 war die rätorom. Sprache am Verschwinden. Der Auskauf der Herrschaftsrechte erfolgte 1652, jener der bischöfl. Lehensrechte 1657. 1875-77 wurde die Fahrstrasse oberhalb von M. gebaut, 1908 die Zufahrt von St. Peter. Die Station St. Peter-M. der Arosabahn wurde 1914 errichtet, das Stauwehr des Elektrizitätswerks 1928. 1980 litt das Dorf unter schweren Rüfeschäden. Im traditionell landwirtschaftlich geprägten M. waren 2000 noch mehr als ein Drittel der Erwerbstätigen im 1. Sektor beschäftigt.


Literatur
Kdm GR 2, 1937, 202
– F. Pieth, «Aus der Gesch. des Tales Schanfigg», in JHGG 81, 1951, 97-125

Autorin/Autor: Jürg Simonett