Maladers

Polit. Gem. GR, Kreis Schanfigg, Bez. Plessur. Haufendorf am Eingang des Schanfiggs mit den Weilern Sax und Brandacker. 1156 de Maladru. 1803 120 Einw.; 1850 253; 1900 341; 1950 448; 2000 506. Ur- und frühgeschichtl. Siedlung auf dem Tumihügel. Ungesichert ist die Zuordnung der 841 erw. Eusebius-Kirche; die Kirche St. Desiderius ist um 1150 bezeugt. Ein Meierhof des Churer Domkapitels wird im 12. Jh. erwähnt; Verwalter waren wahrscheinlich die Herren von M. Die Klöster St. Nicolai, St. Luzi und Churwalden besassen hier Grundbesitz. Die hohe Gerichtsbarkeit lag bis ins SpätMA beim Churer Vogteigericht. Ab 1487 sind Pfarrherren bezeugt, ab 1635 trat M. zur Reformation über. Die rätorom. Sprache verschwand um 1570. Ungeklärt ist der Wechsel vom Churer Einflussbereich zur Gerichtsgemeinde St. Peter. 1652 erfolgte der Auskauf der österr. Herrschaftsrechte, 1657 der bischöfl. Lehensrechte. Durch die Zwangseinbürgerungen von 1850 entstand eine kath. Gemeinschaft, die 1923 eine Kapelle errichtete. 1875-77 Bau der Fahrstrasse unterhalb des Dorfs. M. war zu Beginn des 21. Jh. eine Churer Agglomerationsgemeinde.


Literatur
Kdm GR 2, 1937, 198-201
– F. Pieth, «Aus der Gesch. des Tales Schanfigg», in JHGG 81, 1951, 97-125
– J. Hassler-Schwarz, Höhenluftkurort 1013 m ü.M.: die landschaftl. Veränderung der Gem. M., 2006

Autorin/Autor: Jürg Simonett