Calfreisen

Ehemalige politische Gemeinde GR, Kreis Schanfigg, Bezirk Plessur, seit 2013 mit Castiel, Langwies, Lüen, Molinis, Peist und Sankt Peter-Pagig Teil der Gemeinde Arosa. Geschlossene Dorfsiedlung auf einer Hangleiste am Nordhang des Schanfigg. 1156 Caureisene. 1808 57 Einw.; 1850 98; 1900 58; 1950 60; 1980 34; 2000 45. Spätröm. Grabfund im Calfreiser Tobel. Bis ca. 1200 war der Landesausbau im mittleren Schanfigg weitgehend beendet. Den Vazern als bischöfl. Lehensnehmern folgten 1338 die Werdenberger, 1363 erstmals die Toggenburger. Die Herren von C. auf der gleichnamigen Burg (1231 erw.) scheinen die grundherrl. Rechte wahrgenommen zu haben. 1386 sassen dort die Unterwegen, nach 1428 die Sprecher, die ihr den Namen Bernegg gegeben haben dürften. Als Nachbarschaft der Gerichtsgemeinde St. Peter schloss sich C. 1436 dem Zehngerichtenbund an. Landesherren waren ab 1437 die Montforter, nach 1471 die Matscher, ab 1479 Österreich. Die Herrschaftsrechte wurden 1652 ausgekauft, die bischöfl. Lehensrechte 1657. C. war noch 1570 romanischsprachig, ist heute aber deutschsprachig. Kirchlich gehört C. zu Castiel. 1875-77 entstand die Talstrasse unterhalb des Dorfes, 1924-25 die Zufahrtsstrasse. Der kleine Ort ist ohne Kirche, Schule, Laden und Gasthaus. Viehwirtschaft und Ackerbau sind wichtige Erwerbsquellen geblieben. Gesamtmelioration 1982-93.


Literatur
Kdm GR 2, 1937, 182
– F. Pieth, «Aus der Gesch. des Tales Schanfigg», in JHGG 81, 1951, 97-125

Autorin/Autor: Jürg Simonett