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Barthélemy, François de

geboren 20.10.1747 Aubagne (F), gestorben 3.4.1830 Paris. 1792-97 Ambassador Frankreichs in der Eidgenossenschaft, der er wohlgesinnt war. Die Stimmung im antirevolutionären Solothurn 1792 bewegte ihn zur Auflösung der dortigen Ambassade und zur Wohnsitznahme in Baden. B. blieb trotz des Abbruchs der diplomat. Beziehungen durch die Tagsatzung (15.9.1792) weiterhin auf seinem Posten. Auf sein Betreiben hin anerkannte der Konvent am 17.11.1793 die Neutralität der Eidgenossenschaft, und B. half mit, die Annexion Genfs hinauszuschieben, umgekehrt erhielt Frankreich durch die Eidgenossenschaft Proviant für die Armee und eine ruhige Grenze. Als Handlungsbevollmächtigter der Republik schloss er, nunmehr dank Peter Ochs offiziell akkreditiert, 1795 den Frieden von Basel. 1795-96 erwirkte B. die Ausweisung der meisten Emigranten. Nach B.s Wahl ins Direktorium (26.5.1797) führte Théobald Bacher die Geschäfte weiter. 1802-03 wurde B. von Napoleon Bonaparte als einer der vier Verhandlungsführer bei der Consulta eingesetzt.


Quellen
Papiers de B., ambassadeur de France en Suisse 1792-1797, hg. von J. Kaulek, A. Tausserat-Radel, 6 Bde., 1886-1910
Literatur
– H. Stroehlin, La mission de B. en Suisse (1792-1797), 1900
Dictionnaire Napoléon, hg. von J. Tulard, 1989, 167

Autorin/Autor: André Schluchter