18/11/2008 | Rückmeldung | PDF | drucken | 

Tschiertschen

Ehem. polit. Gem. GR, Kreis Churwalden, Bez. Plessur, seit 2009 mit Praden Teil der polit. Gem. T.-Praden. Haufendorf (1351 m) auf der linken Schanfigger Talseite. Ende 8. Jh. in Cercene. 1803 130 Einw.; 1850 124; 1870 160; 1900 139; 1950 174; 2000 225. Röm. Münzfund. Frühe rom. Siedlung (Nachweis von Ackerbau). Die 1222 erw. Besitzungen des Klosters Churwalden erklären die Ausrichtung über das Joch in westl. Richtung und die Zugehörigkeit zur Herrschaft Strassberg. Als deren Inhaber werden 1275 die Vazer genannt, nach 1338 die Toggenburger, Montforter und Matscher. Das aus der Herrschaft Strassberg entstandene Gericht Churwalden mit der Nachbarschaft T. schloss sich 1436 dem Zehngerichtenbund an. Kirchlich gehörte T. zu St. Georg in Castiel; die Kapelle St. Jakob und Christoph wird 1405 erstmals erwähnt. Ab 1472 war ein Priester für die Pfarrei zuständig. Das Dorf trat zur Reformation über und verfügte ab 1550 über eine Pfarrkirche. Um 1570 wurde T. durch den Zuzug von Walsern germanisiert. 1649 erfolgte der Auskauf der österr. Rechte, die ab 1466 bestanden hatten. Die 1893-94 erstellte Fahrstrasse brachte einen tourist. Aufschwung, der sich mit dem Bau von Skiliften ab 1952 wiederholte. 2003 gab es in T. 164 Hotelbetten und 314 Betten in der Parahotellerie.


Literatur
Kdm GR 2, 1937, 211-214
Gem. GR
Gem. GR 2003, 388 f.

Autorin/Autor: Jürg Simonett