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Praden

Ehem. polit. Gem. GR, Kreis Churwalden, Bez. Plessur, seit 2009 mit Tschiertschen Teil der polit. Gem. Tschiertschen-P. Die Strassensiedlungen Inner- und Usserpraden liegen auf 1100 bzw. 1250 m am linken Schanfigger Talhang. 1488 Praden, rätorom. Prada. 1803 150 Einw; 1850 144; 1900 131; 1950 98; 1980 51; 2000 101. Um 1300 siedelten sich deutschsprachige Walser von Langwies dauerhaft auf der von Romanen gerodeten Waldlichtung an. P. war im MA Erblehen des Churer Klosters St. Luzi und des Domkapitels. Landesherren waren bis 1338 die Vazer, dann die Werdenberger und von 1363 an die Toggenburger. P. bildete eine Nachbarschaft der Gerichtsgemeinde Langwies mit Anteil am niederen Gericht samt freier Ammannwahl; ein eigener Vorsteher für P. wird 1488 erwähnt. Neue Landesherren waren ab 1437 die Montforter, nach 1471 die Matscher und ab 1479 Österreich. Kirchlich gehörte P. zu St. Georg in Castiel, später zur 1405 bezeugten Kapelle St. Jakob und Christoph in Tschiertschen. Die Reformation wurde um 1530 eingeführt, die Kirche 1629-42 erstellt. Der Auskauf der Herrschaftsrechte erfolgte 1652, der bischöfl. Lehensrechte 1657. Die Bewohner züchteten Vieh, betrieben etwas Ackerbau und exportierten Obst (v.a. Kirschen). 1851 wurde P. von Langwies in den Kreis Churwalden umgeteilt. Die Fahrstrasse Chur-P.-Tschiertschen wurde 1887-94 angelegt. Dank gezielter Ansiedlungspolitik verdoppelte sich die Einwohnerzahl P.s zwischen 1980 und 2000.


Literatur
– V. Jenny, P., 1983
Gem. GR 2003, 242 f.

Autorin/Autor: Jürg Simonett