• <b>Johann Jakob Stokar</b><br>Porträt im Alter von 65 Jahren. Öl auf Leinwand eines unbekannten Künstlers (Museum zu Allerheiligen, Schaffhausen, Peyersche Tobias Stimmer-Stiftung). Die goldene Kette mit dem Medaillon, das im Profil einen gekrönten Löwen mit einem Schwert zeigt, wurde Stokar von Oliver Cromwell für seine 1653–1654 als Gesandter der reformierten Orte der Eidgenossenschaft geleisteten Dienste beim Abschluss des Friedens von Westminster zwischen England und den Vereinigten Niederlanden geschenkt. An diese Ereignisse erinnert die Inschrift, welche den unteren Teil des Porträts umrandet (im Original abgeschnitten). Der versiegelte, auffällig in der Hand gehaltene Brief kann als Hommage an einen Diplomaten verstanden werden, der stets die Diskretion wahrte.

No 10

Stokar, Johann Jakob

geboren 22.10.1615 Schaffhausen, gestorben 14.1.1681 Schaffhausen, ref., von Schaffhausen. Sohn des Franz, Reichsvogts, und der Margaretha Wepfer. ∞ 1639 Ursula Peyer zur Traube, seiner Cousine, Tochter des Georg, Stadtrichters und Mitglieds des Gr. Rats. Ab 1632 Stud. an der Univ. Strassburg, 1635 hist.-philolog. Dissertation. 1636-38 unternahm S. eine Bildungsreise durch die Schweiz, Frankreich, England und die Niederlande mit Aufenthalten an der Akad. Genf und der Univ. Oxford. 1648-50 war er Landvogt von Locarno, 1651 Stadtschreiber von Schaffhausen, 1657 Säckelmeister, ab 1659 Mitglied des Gr. Rats, 1660-61 Ehrengesandter in die ennetbirg. Vogteien, 1661 Obervogt von Rüdlingen und Buchberg, 1667 Pannerherr, 1675 Obherr der Oberen Gesellschaft (Herrenstube) und damit Kleinrat. 1655-80 vertrat S. Schaffhausen 57-mal auf Tagsatzungen und anderen eidg. Konferenzen. Von den ref. Orten 1653 zum Vermittler im Krieg zwischen England und den Niederlanden bestimmt, hielt er sich 1653-54 als Gesandter am Hof Oliver Cromwells auf. Nach seiner Rückkehr wurde er 1655 als einer von vier Gesandten der Eidgenossenschaft nach Savoyen zur Vermittlung zwischen dem Hzg. von Savoyen und den Waldensern geschickt. S. erwies sich besonders auf der Mission in England als scharfer Beobachter und geschickter Informationsbeschaffer, der auch den Charakter der Herrschaft Cromwells als Militärdiktatur rasch durchschaute. Er verfasste 1635 einen staatspolit. Aufruf zur Eintracht an die Regierenden der Eidgenossenschaft und legte 1654 ein umfangreiches, auf Quellenstudien beruhendes Gutachten zur Mundat am Randen vor. S. erreichte mit Ausnahme des Bürgermeisteramts alle wichtigen Ämter, die der Stadtstaat zu vergeben hatte.

<b>Johann Jakob Stokar</b><br>Porträt im Alter von 65 Jahren. Öl auf Leinwand eines unbekannten Künstlers (Museum zu Allerheiligen, Schaffhausen, Peyersche Tobias Stimmer-Stiftung).<BR/>Die goldene Kette mit dem Medaillon, das im Profil einen gekrönten Löwen mit einem Schwert zeigt, wurde Stokar von Oliver Cromwell für seine 1653–1654 als Gesandter der reformierten Orte der Eidgenossenschaft geleisteten Dienste beim Abschluss des Friedens von Westminster zwischen England und den Vereinigten Niederlanden geschenkt. An diese Ereignisse erinnert die Inschrift, welche den unteren Teil des Porträts umrandet (im Original abgeschnitten). Der versiegelte, auffällig in der Hand gehaltene Brief kann als Hommage an einen Diplomaten verstanden werden, der stets die Diskretion wahrte.<BR/><BR/>
Porträt im Alter von 65 Jahren. Öl auf Leinwand eines unbekannten Künstlers (Museum zu Allerheiligen, Schaffhausen, Peyersche Tobias Stimmer-Stiftung).
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Archive
– StASH, Korrespondenzen 1653 und 1655
Literatur
– T. Ischer, Die Gesandtschaft der prot. Schweiz bei Cromwell und den Generalstaaten der Niederlande 1652/54, 1916
– R.E. Hofer, «Johann Jakob S.», in Schaffhauser Biogr., Tl. 5, 1991, 180-189 (mit Bibl.)

Autorin/Autor: Roland E. Hofer