18/11/2009 | Rückmeldung | PDF | drucken

Parpan

Ehem. polit. Gem. GR, Kreis Churwalden, Bez. Plessur, seit 2010 zusammen mit Malix Teil der polit. Gem. Churwalden. Haufendorf im Churwaldner Tal. 1208 Partipan, rätorom. früher Parpaun. 1623 ca. 220 Einw.; 1850 92; 1900 62; 1950 89; 2000 263. Bronzezeitl. Einzelfund. Das einst ausgedehnte Waldgebiet an der Septimerroute war hochma. Neusiedlungsland des Klosters Churwalden. Im 13. Jh. gründeten rom. Kolonisten in P. die ersten Hofsiedlungen. 1275 erscheinen die Vazer als Inhaber der Herrschaft Strassberg, nach 1338 die Toggenburger, Montforter und Matscher. Das aus der Herrschaft Strassberg entstandene Gericht Churwalden mit der Nachbarschaft P. schloss sich 1436 dem Zehngerichtenbund an. 1649 wurden die österr. Rechte ausgekauft. Die Kapelle St. Peter gehörte zu Obervaz; St. Anna wurde Ende des 15. bzw. zu Beginn des 16. Jh. erbaut. Die Pfarrei P. existiert seit 1517. Um 1560 erfolgte die Reformation. Im 16. Jh. war P. völlig germanisiert. Traditionelle Erwerbsquellen bildeten Viehwirtschaft, Kupfer- und Silberbergbau (15.-19. Jh.), Töpferei (18. Jh.) sowie der Transitverkehr. 1834-40 Bau der Fahrstrasse. Ende 19. Jh. etablierte sich P. als Sommerkurort. Ab 1953 Skilifte.


Literatur
Kdm GR 2, 1937, 254-262
– R. Brugger, P., 1989

Autorin/Autor: Jürg Simonett