No 1

Tuhr, Andreas von

geboren 14.2.1864 St. Petersburg, gestorben 16.12.1925 Zürich, prot., Russe. Sohn des Nicolai, Oberprokurators am Kassationshof, kaiserl.-russ. Staatsrats und Senators. Umzug der Fam. nach Baden-Baden. Ab 1881 Rechtsstud. in Heidelberg bei Ernst Immanuel Bekker sowie in Leipzig, Strassburg und Berlin, 1885 Doktorat in Heidelberg, 1888 Habilitation mit der Arbeit "Der Notstand im Zivilrecht". 1891 ao. Prof. an der Univ. Basel, nebenamtl. Zivilrichter am Basler Appellationsgericht, 1893 o. Prof. für Pandektenrecht und Schweiz. Obligationenrecht in Basel, 1898 Prof. in Strassburg. Nach dem Krieg musste T. das Elsass 1918 verlassen, lehrte 1919-20 je ein Semester in Halle und Köln und wurde 1920 Prof. an der Univ. Zürich. Er verfasste wichtige zivilrechtl. Arbeiten ("Zur Schätzung des Schadens in der Lex Aquila" 1892, "Actio de in rem verso" 1895). Besonders einflussreich waren seine Kommentare "Der allg. Teil des deutschen bürgerl. Rechts" (2 Bde., 1910-18) sowie zum "Allg. Teil des Schweiz. Obligationenrechts" (2 Halbbände, 1924-25, 3. Auflage 1984), der bis heute sämtl. Arbeiten dazu überragt.


Literatur
– A.B. Schwarz, Andreas von T., 1938
– U. Falk, «Andreas von T.», in Juristen, hg. von M. Stolleis, 1995, 622 f.
– U. Fasel, «Auf den Spuren von T.s», in Tradition mit Weitsicht, hg. von W. Wiegand et al., 2009, 129-144

Autorin/Autor: Urs Fasel