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Noll, Peter

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geboren 18.5.1926 Basel, gestorben 9.10.1982 Zürich, ref., von Basel. Sohn des Johannes Ernst, Theologen, und der Hedwig geb. Staehelin. ∞ 1962 Almuth Onken. Rechtswissenschaftl. Studium an der Univ. Basel, 1949 Dissertation. 1955 PD an der Univ. Basel. 1951-61 Obergerichtsschreiber in Liestal, 1961-69 Prof. an der Univ. Mainz, ab 1969 Prof. an der Univ. Zürich. N.s wissenschaftl. Publikationen waren v.a. der Strafrechtstheorie, der Strafrechtsdogmatik, der Strafrechtsreform und der Gesetzgebungstheorie gewidmet. Als Mitverfasser des Alternativentwurfs zu einem allg. Teil des dt. Strafgesetzbuchs, welcher den Besserungsgedanken in den Vordergrund stellte und eine Entkriminalisierung durch Reduktion der Straftatbestände anstrebte, vermochte N. die Revision des Strafgesetzbuchs im dt. Bundestag massgeblich zu beeinflussen. Sein in Zürich verfasstes Skriptum zur Strafprozessvorlesung war die erste schweiz. Gesamtdarstellung dieser Disziplin. Sein Werk "Schweiz. Strafrecht allg. Teil" (1981) fand grosse Anerkennung. In der "Schweiz. Zeitschrift für Strafrecht", deren Mitherausgeber er war, publizierte er mehrere grundlegende Artikel. N. war Mitglied der Expertenkommission für die Revision des schweiz. Strafgesetzbuches und Kassationsrichter in Zürich. Mit seiner Dokumentation der Lebensläufe von zum Tode verurteilten Landesverrätern ("Landesverräter. 17 Lebensläufe und Todesurteile" 1980) wurde er einer breiten Öffentlichkeit bekannt. In "Diktate über Sterben & Tod" (1984) setzte sich der schwer kranke N. im Bewusstsein seines bevorstehenden Todes in Tagebuchform mit der Erfahrung des Sterbens auseinander. Grossen Anklang fand auch sein weiteres, postum ediertes literar. Schaffen.


Werke
Gedanken über Unruhe und Ordnung, 1985
(zusammen mit H.U. Bachmann) Der kleine Macchiavelli, 1987
Literatur
Schweiz. Zs. f. Strafrecht 99, 1982, 353-355
NZZ, 14.10.1982
Kürschners Dt. Gelehrten-Kal. 141983
Gedächtnisschr. für Peter N., hg. von R. Hauser et al., 1984, (mit Werkverz.)

Autorin/Autor: Andreas Hubli