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Chur (Gemeinde)

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Polit. Gem. GR, Kreis C., Bez. Plessur. C. liegt an der Mündung des Schanfiggs in das Rheintal auf dem Schwemmfächer der Plessur. Die urgeschichtl. und die röm. Siedlung liegen wie die heutige Altstadt in der Nische zwischen Pizokel und Mittenberg. Ab der Mitte des 19. Jh. breitete sich C. zum Rhein und an den sonnigen Hang des Lürlibads aus. Erstmals erwähnt wird es als Curia im 3. Jh. n.Chr. im "Itinerarium Antonini". Der bischöfl. Hof Chur auf dem Felssporn über der Stadt wurde 1852 eingemeindet, die Siedlung Sassal (zuvor Gem. Maladers) 1939. Die bäuerl. Aussensiedlungen Masans und Araschgen gehören seit jeher zu C. Die Gebirgsrandstadt mit wenig Industrie ist Verkehrsknotenpunkt von Strasse und Bahn, Bischofssitz, Schul-, Spital- und Verwaltungszentrum sowie eidg. Waffenplatz. Als Hauptstadt des Kt. Graubünden ist C. seit 1803 Sitz der Regierung und seit 1820 ständiger Tagungsort des Parlaments des dreisprachigen Kantons (rätorom. Cuira, ital. Coira). C. ist Mittelpunkt der Agglomeration Churer Rheintal und beschäftigt Zupendler aus ganz Nordbünden. Da es in einem grossen Umkreis die einzige Stadt ist, erfüllt C. für seine Grösse besonders viele zentralörtl. Funktionen.

Bevölkerung Chur
JahrEinwohner
13. Jh.1 000-1 500
Ende 15. Jh.ca. 1 500
17802 331

Jahr 18601880a18881900191019301950197019902000
Einwohner 6 9908 7539 25911 53214 63915 57419 38231 19332 86832 989
SpracheDeutsch 7 5787 7999 28811 62812 92616 11823 58525 71926 715
 Italienisch 2832506771 1658221 0153 0332 0401 692
 Romanisch 9891 1581 4661 6971 6811 9813 3182 2691 765
 Andere 39521011491452681 2572 8402 817
Religion, KonfessionProtestantisch4 2536 4406 5187 5619 2009 77711 70015 33114 02112 710
 Katholischb2 7332 4312 7293 9625 3885 7177 46615 46215 94414 713
 Andere41812951802164002 9035 566
 davon ohne Zugehörigkeitc        1 0731 998
NationalitätSchweizer6 3737 8668 0949 68712 04213 68517 85226 33227 25927 061
 Ausländer6171 0231 1651 8452 5971 8891 5304 8615 6095 928

a Einwohner: Wohnbevölkerung; Sprache, Religion, Nationalität: ortsanwesende Bevölkerung

b 1880-1930 einschliesslich der Christkatholiken; ab 1950 römisch-katholisch

c zu keiner Konfession oder religiösen Gruppe gehörig

Quellen:BFS; Autor

1 - Ur- und Frühgeschichte

1.1 - Vorrömische Zeit

Im Stadtgebiet von C. sind heute zwei wichtige urgeschichtl. Siedlungszentren bekannt. Das eine befand sich auf dem linken Plessurufer im Welschdörfli, das andere rechts der Plessur im Areal Sennhof/Karlihof im Bereich der Altstadt. Auch vom Churer Hof (bischöfl. Residenz) sind urgeschichtl. Siedlungsreste bekannt, die allerdings erst zu einem kleinen Teil ergraben sind.

Im Welschdörfli, am Fuss des Rosenhügels/Pizokels, wurden 1967-90 bedeutende urgeschichtl. Siedlungsreste ausgegraben. Im Areal Ackermann stiess man in ca. 5 m Tiefe auf eine jungsteinzeitl. Siedlung, von welcher v.a. die nachgewiesenen Spuren des Pflugackerbaus von grosser Bedeutung sind. Auch unter dem benachbarten Markthallenplatz fanden sich Siedlungsreste der jungsteinzeitl. Lutzengüetle- und Pfyner-Kultur. Im Areal Sennhof/Karlihof kamen in den 1980er Jahren Strukturen einer grösseren spätbronzezeitl. Siedlung mit Funden der Urnenfelder- und Laugen-Melaun-Kultur zum Vorschein (ca. 1300-800 v.Chr.). Über dieser Siedlung lagen Siedlungsreste aus der älteren Eisenzeit mit sog. Taminserkeramik des 6./5. Jh. v.Chr., aber auch röm. und hochma. Funde und Befunde. Auch vom Markthallenplatz und vom Areal Ackermann sind bemerkenswerte Siedlungsstrukturen der Eisenzeit bekannt. Es finden sich dort Hausgrundrisse und Funde der sog. Alpenrheintalgruppe, wobei sowohl ältere, sog. Taminserkeramik als auch jüngere, sog. Schnellerkeramik des 5.-3. Jh. v.Chr. gut vertreten sind. Die Funde scheinen eher einem kelt. als einem rät. Kulturkreis nahe zu stehen.

Autorin/Autor: Jürg Rageth

1.2 - Römische Epoche

Nach seiner Eroberung im röm. Alpenfeldzug von 16-15 v.Chr. gehörte C. zuerst zum Verwaltungsgebiet der Alpes Graiae et Poeninae, ab 40-50 n.Chr. zur neu gegründeten Provinz Raetia. Die staatsrechtl. Stellung C.s ist unbekannt, vielleicht besass der Ort die Position einer Civitas peregrina bzw. stipendiaria. Die wenigen Ausrüstungsgegenstände röm. Soldaten können keine längerfristige militär. Präsenz belegen. Hingegen befand sich in C. möglicherweise eine Strassenstation am strategisch wichtigen Ausgangspunkt der Bündner Alpenpässe. Die These, wonach C. nach der Neugliederung der röm. Provinzen im 4. Jh. Hauptstadt der Provinz Raetia Prima geworden wäre, ist z.Z. nicht zu beweisen.

Die Hauptsiedlung befand sich im heutigen Welschdörfli. Seit 1902 ist eine Fläche von ca. 80 x 300 m archäologisch untersucht worden. Die urspr. Ausdehnung des römerzeitl. Orts ist noch unbekannt. Obwohl einzelne Funde aus dem späten 1. Jh. v.Chr. stammen, begann die Blütezeit C.s erst um etwa 40 n.Chr. Zu dieser Zeit wichen die Fachwerkhäuser in röm. Tradition errichteten Steinbauten. Der unregelmässige Siedlungsplan umfasst einige öffentl. Gebäude, so Thermen und vermutlich Markt- und Unterkunftsgebäude, v.a. aber Wohnhäuser, die z.T. auch der Landwirtschaft und versch. Gewerben dienten. Die Verarbeitung von Eisenerz, Bronze und Knochen ist nachgewiesen. Belegt sind weiter Töpfer- und Textilhandwerk.

Die umfangreichen Importfunde (Geschirr, Lebensmittelbehälter, Lampen, Schmuck, Statuetten), vorwiegend aus dem Süden, aber auch aus dem Süd- und Nordwesten des Röm. Reichs, widerspiegeln nicht nur C.s Bedeutung an einer Fernhandelsroute, sondern auch die Romanisierung und den Wohlstand der Bevölkerung.

Ein rascher Niedergang der Siedlung ist im Welschdörfli ab dem mittleren 3. Jh. zu verzeichnen. Zerstörungshorizonte, die mit den Alemanneneinfällen des 3. und 4. Jh. in Verbindung zu bringen wären, fehlen jedoch bis jetzt. Siedlungszeugnisse datieren bis ins späte 4. Jh., vereinzelt bis ins 5. Jh. Bescheidene Siedlungsspuren fanden sich auch in der Altstadt und auf dem Hof C. (Standort des spätröm. Kastells).

Autorin/Autor: Anne Hochuli-Gysel

2 - Vom Frühmittelalter bis zur Helvetik

2.1 - 450 bis ca. 1450

Vom 5. Jh. an wies C. in topograf. und verfassungsrechtl. Hinsicht den klass. Dualismus von Bischofsresidenz (Hof C.) und vorgelagerter Marktsiedlung auf. Der Siedlungsschwerpunkt hatte sich vom röm. Vicus im Welschdörfli über die Plessur unmittelbar unter den Bistumssitz verlagert. Östl. des Hofs und am Nordwestrand eines frühma. Friedhofs stand die im 5. Jh. oder kurz nach 500 errichtete Grabkirche St. Stephan (Zerfall infolge eines vor 1538/39 erfolgten Brandes). Vermutlich im 8. Jh. folgte unmittelbar daneben ein erster Bau von Sankt Luzi. An der Ausfallstrasse nach Norden lag St. Regula (erster Bau aus dem 9. Jh.). Nach der Einäscherung C.s durch Sarazenen um 940 schufen die umfangreichen Privilegien (Zoll-, Münz- und Marktregal, Immunitätsprivilegien) der Ottonen in der 2. Hälfte des 10. Jh. die Grundlagen zur Ausbildung der bischöfl. Stadtherrschaft. Im ausgehenden HochMA bestand C. siedlungsmässig aus dem Hof mit der Kathedrale (älteste Anlage aus der 1. Hälfte des 5. Jh.), dem sog. Oberen Burgus mit der Kirche St. Martin (erster Bau aus der 2. Hälfte des 8. Jh.), aus den Quartieren Salas und Clawuz beim späteren Untertor, dem im 13. Jh. gebildeten Stadtteil um das Dominikanerkloster St. Nicolai und dem Welschdörfli jenseits der Plessur. Die Errichtung der Stadtmauer in der 1. Hälfte des 13. Jh. trug zum Zusammenwachsen der einzelnen Quartiere bei und förderte die Bildung einer Stadtgemeinde.

Die Bevölkerung von C., die im 13. Jh. 1'000-1'500 Einwohner umfasst haben dürfte, setzte sich grossenteils aus Ackerbürgern, Handwerkern und Gewerbetreibenden zusammen, die von einer regen Bautätigkeit (neben der Stadtmauer v.a. der Neubau der 1272 geweihten Kathedrale) und der günstigen Verkehrslage C.s profitierten.

Erste Spuren einer selbstständigen Stadtgemeinde lassen sich bis ins Jahr 1227 zurückverfolgen, doch scheint die Bildung einer dauerhaften Körperschaft erst gegen Ende des 13. Jh. gelungen zu sein. 1282 sind Ansätze einer Ratsverfassung auszumachen, doch blieb dem Bischof als Stadtherrn, der weiterhin die städt. Ämter besetzte, ein entscheidender Einfluss. Träger der Bemühungen um städt. Freiheiten waren hauptsächlich Handwerkerkreise und Angehörige der bischöfl. Ministerialität. 1367 schlossen das Domkapitel, die bischöfl. Talgemeinde und die Stadt C. gegen den Bischof ein Bündnis ab, das als Anfang des Gotteshausbundes gewertet werden kann. Eine Stadtordnung von 1368/76 ist fragmentarisch erhalten geblieben. 1396 wurde die Churer Bürgerschaft durch Kg. Wenzel von der Zuständigkeit fremder Gerichte befreit. 1413 erhielt sie das Recht zum Bau eines Kaufhauses und das Sustrecht für Tuch, Korn, Salz und weitere Handelswaren. Im selben Jahr ist auch erstmals ein Bürgermeister von C. urkundlich überliefert. 1422 stürmten die Churer Bürger den bischöfl. Hof und zwangen den häufig landesabwesenden Bf. Johannes IV. Naso zu weitreichenden Zugeständnissen an die Stadt.

Autorin/Autor: Linus Bühler

2.2 - Vom Spätmittelalter bis zur Mitte des 17. Jahrhunderts

Ein schwerer Stadtbrand zerstörte 1464 den grössten Teil der Stadt C., darunter auch das Rathaus und die darin aufbewahrten Freiheitsbriefe. Die Churer entsandten darauf ihren Stadtschreiber Johannes Gsell nach Wien zu Ks. Friedrich III., der die kaiserl. Freiheiten bestätigte und die Erlaubnis zur Einführung von Zünften gab. Eine auf Gewohnheitsrechten und Bruderschaften basierende Organisation hatten die Handwerker und Gewerbetreibenden schon zuvor besessen. 1464 gab sich die Bürgerschaft neu eine Zunftordnung, die nebst den berufsspezif. Bereichen auch den Wahlmodus für die Zunftvorstände, den Bürgermeister, den Gr. und Kl. Rat regelte. Nach der Reformation wurde diese Verfassung um den Wahlmodus für die übrigen Stadtämter ergänzt. Sämtl. Berufe waren in die fünf Zünfte der Rebleute, Schuhmacher, Schneider, Schmiede und Pfister (Bäcker) eingegliedert. In der stark von der Landwirtschaft geprägten Stadt hatten die Grundbesitzer der Rebleutezunft sowie die am Handelsverkehr beteiligten Säumer und Fuhrleute der Schmiedezunft ein starkes Gewicht. Nach dem Stadtbrand und der neuen Zunftordnung zogen vermehrt Spezialhandwerker aus dem deutschsprachigen Raum nach C., bürgerten sich hier ein und trugen so wesentlich zur Germanisierung der Stadt bei.

Die neue Zunftordnung bedeutete eine erhebl. Emanzipation von der bischöfl. Bevormundung. Schrittweise gelangte die Stadt auch in den Besitz des Steuerrechts und des Wachtgeldes. Die Auslösung des Hochgerichts, der sog. Reichsvogtei, die im Pfandbesitz des Bischofs lag, wurde ebenfalls 1464 durch den Kaiser genehmigt und 1480 bestätigt. Sie konnte aber erst 1489 durchgesetzt werden. Dem Bischof verblieben weiterhin die Besetzung der zivilen Ämter und die meisten Regalien wie Zoll, Münzrecht, Jagd, Mass und Gewicht. Diese bischöfl. Privilegien konnten erst im Zusammenhang mit der Reformation und den Ilanzer Artikeln von 1524 und 1526 ausgeschaltet werden. Versuche C.s ab 1495, freie Reichsstadt zu werden, scheiterten 1498 definitiv.

C. war 1367 wichtigstes Mitglied des neu gegründeten Gotteshausbundes geworden und wurde später im Turnus mit Ilanz und Davos Tagungsort der drei Bünde. Die Versammlungen in C. fanden in der Gr. Ratsstube des nach dem Stadtbrand neu erbauten Rathauses statt. Von 1419 datiert ein Burgrecht C.s mit der Stadt Zürich, das 1470 und 1496 erneuert wurde. Es sah die gegenseitige Hilfe in bedrängten Lagen vor und verschaffte Zürich eine starke Stellung im Raum der strategisch wichtigen Festung Flums an der Walenseestrasse. 1440 verbündeten sich C. und die Vier Dörfer (Fünf Dörfer) mit dem Grauen Bund. An der ersten bündner. Eroberung des Veltlins 1486/87 (Wormserzüge) beteiligten sich die Churer mit dem Hauptbanner des Gotteshausbundes unter Führung ihres alt Bürgermeisters Johannes Loher. Im Schwabenkrieg kämpfte die Churer Mannschaft unter ihrem Hauptmann und bischöfl. Vogt Heinrich Ammann im Unterengadin, im Prättigau und bei Balzers. In weiteren Kriegen ausserhalb des Landes standen Churer Truppen wiederum unter der Führung ihrer Bürgermeister, so unter Luzius Gugelberg von Moos bei der Eroberung des Veltlins 1512, unter Hans Brun und Ulrich Gerster im 2. Müsserkrieg 1530-31. Im Rahmen der bündner. Soldverträge mit dem Ausland beteiligten sich die Churer Söldner v.a. am Kriegsgeschehen in Oberitalien. In der Bürgerschaft, vorab in den Zünften, erhob sich aber wiederholt Widerstand gegen die schädl. Einflüsse des Söldnerwesens, so in Aufrufen und Eingaben von 1535 an den Gotteshausbund und von 1543 an den Kl. und Gr. Rat.

Die Reformation wurde in C. 1525-26 eingeführt. Massgebend für ihre Durchführung war von 1523 an das Wirken des Stadtschullehrers Jakob Salzmann (zuvor Lehrer an der Klosterschule St. Luzi) und des Stadtpfarrers zu St. Martin, Johannes Comander. Comander predigte zu Ostern 1525 bereits vor einer grossen Menge den neuen Glauben. Nebst dem Widerstand der Altgläubigen machte jedoch auch die eifrige Betriebsamkeit der Täufer sowie ein Bauernansturm auf die Stadt 1525 den Reformatoren und Behörden zu schaffen. Im Anschluss an die Disputation von Ilanz 1526 dekretierten die drei Bünde die Freiheit für jede Einzelperson, zum alten Glauben zu stehen oder den neuen anzunehmen. Die reformator. Entwicklung wurde durch die Ilanzer Artikel von 1524 und 1526 erheblich gefördert, die z.B. die Herabsetzung oder Ablösung der Zehnten und das freie Pfarrwahlrecht der Gemeinden einräumten. In C. war - mit Ausnahme des bischöfl. Hofs - die Reformation mit der Entfernung der Bilder aus den Kirchen, der Abschaffung der Messe und der Einführung des Abendmahls im Frühjahr 1527 im Wesentlichen abgeschlossen.

An der Schwelle vom MA zur Neuzeit und von der Gotik zur Renaissance entfaltete sich in C. eine rege architekton. und künstler. Tätigkeit. An öffentl. Werken entstanden zwischen 1467 und 1543 das neue Rat- und Kaufhaus, 1470-92 die Martinskirche und 1494-1500 die Regulakirche in ihren heute bestehenden Formen. 1492 schuf Jakob Russ den berühmten got. Hochaltar in der Kathedrale, und von 1543 stammen die sog. Todesbilder nach dem Vorbild Hans Holbeins des Jüngeren im bischöfl. Schloss. Die meisten Zunfthäuser wurden neu gebaut und 1538 die Stadtmauern und -tore renoviert und verstärkt. Das Theaterleben erhielt durch Aufführungen des "Jüngsten Gerichts" (1517) und des Spiels vom "Reichen Mann und dem armen Lazarus" (1541) durch Laienspieler starke Impulse. Die Bürger genossen das Renaissanceleben an polit. Festanlässen und teils mehrtägigen Hochzeitsfeiern.

In der 2. Hälfte des 16. Jh. erfuhr das städt. Zusammenleben und Wirken eine dichte Reglementierung. Viele Verordnungen zeugen davon, v.a. solche zum Transportgewerbe und Warenhandel. Die Stadt trug auch grosse Sorge zu ihrer Land- und Alpwirtschaft. Sie erwarb vom 15. Jh. an schrittweise Weideland im hinteren Schanfigg und rundete ihren Besitz 1573 mit dem Kauf der Sattelalpen von Aroser Einwohnern zu einem ausgedehnten Alpareal ab. Bereits 1636 hatten die Churer Alpen 450 Kuhrechte gezählt.

Einen schweren Schlag versetzte der Brand von 1574 der Stadt. Rund 300 der insgesamt 400 Häuser fielen ihm zum Opfer. Spenden und Darlehen aus der ganzen Eidgenossenschaft ermöglichten jedoch einen raschen Wiederaufbau. Diverse Stiftungen, z.B. für "hausarme Leute", wurden zusätzlich geäufnet. Neue Bau- und Feuerordnungen sollten ähnl. Katastrophen in Zukunft vorbeugen.

Zu Beginn des 17. Jh. war C. als spanisch gesinnte Gemeinde des öftern Schauplatz von Unruhen, Aufruhr und Volksaufläufen im Zusammenhang mit den Parteiungen und fremden Kriegsdiensten. Allein 1607 fanden drei Strafgerichte in C. statt. Die Bündner Wirren z.Z. des Dreissigjährigen Kriegs brachten 1622 eine längere Fremdbesetzung des Landes. C. musste während rund zehn Jahren eine kaiserl. Besatzung erdulden. Die span. Soldateska hielt sich nur sehr lose an die Bedingungen des Besatzungsvertrags, leistete sich Übergriffe und schleppte die Pest ein. Die Last des Kriegs, der Aus- und Feldzüge, der österr.-span. sowie der franz. Besatzung kostete die Stadt C. 1622-36 88'844 Gulden an öffentl. Geldern. Der Dreibündestaat konnte ihr diese Summe durch Überlassung des Churer Landeszolls und anderer Einkünfte nur teilweise abgelten. Erst in der 2. Hälfte des 17. Jh. erholte sich die Stadt wirtschaftlich und überwand auch den kulturellen Stillstand der Kriegsjahre.

Autorin/Autor: Martin Bundi

2.3 - Von der Mitte des 17. Jahrhunderts bis zur Helvetik

Nach Beendigung des Dreissigjährigen Krieges konnte die Bürgerschaft die erlittenen Verluste rasch wettmachen. So schloss sie 1665 das Bürgerrecht und öffnete es in der Folge nur für wenige begüterte Anwärter. Die Zahl der Bürger halbierte sich daher im Lauf des 18. Jh., während der Anteil der Aristokraten und der Reichen in der Stadt stieg. Die Hintersassen stellten trotz versch. Ausweisungsbegehren vom 17. Jh. an konstant etwa die Hälfte der Einwohnerschaft. Nach der Aufhebung des Edikts von Nantes 1685 kamen Hunderte evang. Glaubensflüchtlinge aus dem Piemont, Savoyen und Südfrankreich dazu. Sie wurden tatkräftig unterstützt, dann aber meist weitergeschoben. Die Verbleibenden waren wie alle Hintersassen wirtschaftlich zurückgebunden, wurden aber von eigenen Seelsorgern betreut. Die Wirtschaftsform änderte sich im 17. und 18. Jh. kaum. Weiterhin widmeten sich fast alle Bürger und viele Hintersassen der landwirtschaftl. Selbstversorgung und den Bedürfnissen des Transits. Der Rebbau blieb in seiner grossen Ausdehnung und geringen Produktivität praktisch unverändert. Die Arbeiten wurden von Hintersassen und saisonalen Taglöhnern ausgeführt. Der für C. bestimmende Gütertransit sank bis 1670 auf einen absoluten Tiefpunkt und erreichte erst gegen Ende des 18. Jh. wieder den Stand vor den Wirren. Zur Erholung trugen Verbesserungen im Strassenbau entscheidend bei. So setzte der Churer Spediteur Thomas Massner die Sicherung des Cardinells durch, eines Strassenabschnitts am Splügenpass, während der Ausbau der Reichsstrasse von der St. Luzisteig bis C. 1782-86 von den drei Bünden und C. getragen wurde. Im 18. Jh. entstanden eigentl. Handelshäuser mit Geschäftspartnern in ganz Europa. Die Zunftordnung behauptete sich auf polit. und wirtschaftl. Gebiet. Der Rat behielt trotz Klagesonntagen die Kontrolle über die Zünfter. Diese wiederum verteidigten ihr Monopol gegen die Konkurrenz der Hintersassen und der Hofzunft, aber auch gegen ausserstädt. Rivalen. Sie vereitelten so manchen Versuch zur Errichtung von Manufakturen. Zu Beginn des 18. Jh. wurden die Zentrumsfunktionen C.s als Vorort des Gotteshausbundes sowie als Sitz von Kongress, Archiv, Landeskasse und Kanzlei der drei Bünde in Frage gestellt. Nur dank der Vermittlung Zürichs im Malanser Spruch von 1700 und im Vergleich von 1730 konnte C. seine Vorrechte behaupten. Einvernehmlich war dagegen trotz aller Streitpunkte das Verhältnis zwischen der Stadt und dem Churer Bischof.

Das Stadtbild veränderte sich äusserlich wenig, auch wenn die beiden Stadtbrände von 1674 und das Hochwasser der Plessur von 1762 grössere Zerstörungen anrichteten. Die Bautätigkeit griff indes über die Stadtmauern hinaus, und der Barock kam in vier freistehenden Herrenhäusern mit formalen Gärten sowie im Innenausbau vieler Bürgerhäuser zum Ausdruck. Noch Ende des 17. Jh. entstanden eine Lateinschule und ein Collegium musicum. Im Übrigen sorgten durchziehende dt. Theatertruppen, gelegentl. Opernaufführungen sowie die fremden Gesandten und der Fürstbischof für etwas Glanz in der rät. Kapitale.

Autorin/Autor: Max Hilfiker

3 - Von der Helvetik bis zur Gegenwart

3.1 - Verfassung, politisches System, Verwaltung und Infrastruktur

Während der franz. Besetzungen (erstmals 1799) war jeder Zunftzwang aufgehoben, und C. wurde von einer Munizipalitätsregierung geführt. Die Mediation von 1803 erstattete den Zünften u.a. auch ihre polit. Herrschaft zurück. Die zunehmende Kritik an der Abstimmung nach Zünften statt nach Bürgerstimmen, an der fehlenden Gewaltentrennung und an der trägen Verwaltung führte 1841 zur neuen Verfassung: Die politischen, polizeilichen, administrativen, kirchlichen und schulischen Angelegenheiten oblagen einem elfköpfigen Stadtrat. Die 1850 eingeführte Einwohnerversammlung konnte nur in Kantons- und Bundessachen mitbestimmen. Die Eingemeindung des bischöfl. Hofbezirks (1850 240 Einw.) erfolgte 1852. Ab 1862 wurde zwischen Gr. Stadtrat (gesetzgebende Verwaltungsbehörde, 21 Mitglieder) und Kl. Stadtrat (vollziehendes Organ, sieben Mitglieder) unterschieden. 1875 löste die Einwohnergemeinde die Bürgergemeinde als Inhaberin der Souveränitätsrechte sowie der ökonom. und polit. Rechte ab. Ab 1904 bestand der Kl. Stadtrat aus fünf Mitgliedern; Präsident und Bauvorsteher übten ihre Funktion im Vollamt aus. Für den Gr. Stadtrat galt nach 1916 das Proporzwahlrecht. Die Aufhebung der Gemeindeversammlung erfolgte 1921, und 1928 wurde der Gr. Stadtrat auf 15 Mitglieder verkleinert. Der fünfköpfige Stadtrats-Ausschuss hatte die Verwaltung nur zu überwachen; die Leitung aller Zweige oblag dem Stadtpräsidenten. Die Revision von 1964 schuf den Gemeinderat (21 Mitglieder) und den Stadtrat (drei vollamtl. Mitglieder). 1988 wurde die Amtszeitbeschränkung auf drei Wahlperioden bzw. zwölf Jahre auch für den Stadtrat eingeführt.

Um 1800 war C. politisch gespalten in die konservativen "Aristokraten" um den Salis-Clan und die von Johann Baptista von Tscharner (1751-1835) begründeten republikanisch gesinnten "Patrioten". Mit der Abschaffung der Zünfte begann 1840 die liberale (freisinnige) Vorherrschaft. Eine Aufweichung erfuhr diese durch die Zuwanderung aus kath.-konservativen Gebieten und die Abspaltung der Demokraten (1919, später SVP). Alle drei Lager besassen ihre Tageszeitung: den Freien Rätier (bis 1974), das Bündner Tagblatt und die Bündner Zeitung. Die Sozialdemokratie stellte 1882 erstmals einen Vertreter im Stadtrat. In der Amtsperiode 1997-2000 sassen im Stadtrat je ein Vertreter von SP, SVP und CVP, im Gemeinderat sechs Mitglieder der SP, fünf der FDP, vier der SVP, drei der CVP, zwei Christlichsoziale und ein Mitglied der Linken Alternative.

Im Fürsorgebereich wurden über die üblichen Spenden und Stiftungen hinaus 1844 das Waisenhaus, 1845 das Erziehungsheim Plankis, 1847 das Bürgerheim, 1875 das Stadtspital und 1924 das erste Altersheim eröffnet. Das 1853 gegründete Kreuzspital zog 1912 an die Loëstrasse um. Die Strassenbeleuchtung mit Öllaternen begann 1820, diejenige mit Gas 1859. Die Erneuerung der Wasserversorgung setzte 1880 ein. Ab 1891 lieferte ein städt. Elektrizitätswerk Strom (Erweiterungen 1906, 1914, 1947). 1895 kaufte C. die Gasfabrik (Neubau 1911); die Umstellung auf Erdgas erfolgte 1990. Der Bau der Kanalisation begann 1905. Das erste öffentl. Schwimmbad datiert von 1871.

C. war im Dreibündestaat nicht Hauptstadt, sondern nur Vorort des Gotteshausbundes gewesen. Dank seiner Verkehrslage, dem Bischofssitz und der Wirtschaftskraft war es dennoch natürl. Zentrum Graubündens. 1803 wurde es zum Standort der neuen Kantonsregierung, 1820 zum ständigen Tagungsort des Parlaments. Heute sitzen in C. das Kantons- und Verwaltungsgericht sowie die zentralen Behörden und Institutionen des kant. Strafvollzugs. Dazu kommen die kant. Psychiatrische Klinik Waldhaus (1892), das kant. Frauenspital Fontana (1917) sowie das Rät. Kantonal- und Regionalspital (1941). C. ist Sitz der meisten öffentl. und privaten kulturellen Institutionen und Vereinigungen sowie der Medien im Kt. Graubünden. Der Bund ist im eidg. Subzentrum C. v.a. durch Post, Bahn, Zoll- und Militärverwaltung (eidg. Waffenplatz seit 1887) vertreten. Für die bündner. Identität wichtig war die Calvenfeier von 1899, für das schweiz. Selbstverständnis die Eidg. Schützenfeste von 1842 und 1949, die Eidg. Turn- und Sängerfeste ab 1845 bzw. 1862.

Autorin/Autor: Jürg Simonett

3.2 - Siedlung und Bevölkerung

Ende des 18. Jh. beschränkte sich das bebaute Gebiet auf die heutige Altstadt, das Welschdörfli und einen Streifen längs der Plessur. Der Einsturz der Mauer zwischen Untertor und Hexenturm 1829 markierte den Beginn der Expansion in das Vorgelände. Der Abbruch des Schelmenturms 1834 schuf eine zweite Einfahrt von Norden her. Postplatz und -strasse konkurrierten nun Untertor (abgebrochen 1861) und Reichsgasse. Der Stadtgraben wurde aufgefüllt zur Grabenstrasse mit repräsentativen Bauten (Villa Brunnengarten 1848, Villa Planta 1876, Staatsgebäude 1878, Post 1904, Kantonalbank 1911). Nach der Anlage des Bahnhofs (1858) nördl. der Stadt wurde der Postplatz zum Zentrum der Innenstadt. Akzente setzten die Umwandlung des Friedhofs Scaletta zum Stadtpark (1862) und der Bau der Loëstrasse (1890-92), die ein neues Wohnquartier erschloss. Ein erstes umfassendes Baugesetz trat 1896 in Kraft. Die Ringstrasse (beendet 1973) zieht durch das seit ca. 1900 rapide wachsende Rheinquartier mit den frühen Wohnblock- und Hochhaus-Überbauungen Solaria (1961-62) und Lacuna (1964-81). Die Innenstadt bleibt der Citybildung mit Abbrüchen und Auskernungen von Gebäuden für Geschäfts- und Büroräume ausgesetzt. Bedeutende öffentl. Einzelbauten sind neben den bereits genannten das Quaderschulhaus (1914), die Heiligkreuzkirche (1969) und die Schutzbauten über den röm. Funden im Welschdörfli (1986).

Die Öffnung der Stadt in rechtlicher, wirtschaftlicher und baulicher Hinsicht führte zur Verdreifachung der Einwohnerzahl zwischen 1780 und 1860 sowie zur nochmaligen Verdoppelung bis 1910. Einer Stagnation in der Zwischenkriegszeit folgte nach 1950 ein rasantes Wachstum mit einem v.a. im Rheinquartier unübersehbaren Bauboom. Nach 1976 führten der sinkende Geburtenüberschuss und die z.T. negative Wanderungsbilanz zur Stagnation bei etwas über 30'000 Einwohnern.

Autorin/Autor: Jürg Simonett

3.3 - Wirtschaft und Verkehr

Traditionelle Leitindustrie C.s war der Transitverkehr zwischen Süddeutschland und Oberitalien. Bereits die 1788 als Chaussee fertig erstellte sog. Dt. Strasse von der St. Luzisteig nach C. liess die Frequenzen ansteigen. 1818-23 kam die Kunststrasse über Splügen- und S. Bernardinopass unter Beteiligung der Churer Spediteure zustande, die fortan die Bündner Verkehrspolitik massgebend prägten. Es folgte 1820-40 die Fahrstrasse über Julier- und Malojapass. Die Vereinigten Schweizerbahnen (VSB) erreichten C. 1858 von Rorschach und 1859 von Zürich her. Nach Eröffnung der Gotthardbahn 1882 stellte C. vom Transit- auf den Fremdenverkehr um, blieb aber Umsteigestation zwischen Bahn und Pferdepost bzw. VSB (ab 1902 SBB) und RhB (1896 bis Thusis, 1903 ins Engadin und nach Ilanz, 1914 nach Arosa). C. setzte sich für die Öffnung der Bündner Strassen für das Auto ein, unterlag aber bis 1925 in den kant. Abstimmungen. Die Umfahrungsstrasse von 1965 kam als Teil der A13 zustande. Im Zusammenhang mit dem starken Wachstum der Agglomeration C. und der steigenden Pendlerzahl stehen in neuer Zeit Fragen des Binnen-, Ziel- und Quellverkehrs im Vordergrund.

Die Ansiedlung von Textilindustrie Ende des 18. Jh. blieb ohne Erfolg. Indes verbesserten der Bau der Fahrstrassen, die Abschaffung der Zünfte und die Ankunft der Eisenbahn die Lage des peripher gelegenen C. und führten u.a. zur Gründung der Gasfabrik (1859) und der Spinnerei Meiersboden (1861-86 in Betrieb). Eine Industriestadt wurde C. jedoch nie. Meist war die Reparaturwerkstätte der VSB/SBB mit max. 300 Arbeitern der grösste Betrieb. Traditionsreiche Firmen waren etwa die Tuchfabrik Pedolin (1789-1982), die Teigwarenfabrik (seit 1841), die Giesserei (1892), die Schokoladenfabrik (1893) oder die Rhät. Aktienbrauereien (Fusion 1902). Kleine Erfolge erbrachte die städt. Industrieförderung Mitte der 1950er Jahre. Die Textil- und die Metallbranche kämpften in den 1970er und 80er Jahren mit Schwierigkeiten. Dazu kam der Auszug von Unternehmen in die Agglomeration, so 1989 der 1919 gegründeten Waagenfabrik Busch. Die Betriebsstruktur im Churer Sekundärsektor ist gewerblich geprägt geblieben, mit einem grossen Baubereich und neuerdings einigen Elektronikherstellern. Über die zentralen Dienste der Kantonshauptstadt hinaus blieb C. dank seiner Distanz zu grösseren Städten allg. Dienstleistungszentrum mit Schwerpunkten in Verkehrswirtschaft, Detailhandel und Schulwesen.

Autorin/Autor: Jürg Simonett

3.4 - Kultur und Bildung, Kirche und religiöses Leben

Um die Wende vom 18. zum 19. Jh. war C. Schauplatz vieler Volksaufläufe und Strafgerichte, die Bevölkerung war in Anhänger der alten Ordnung und solche von Reform oder Revolution gespalten. Bestehen blieb der Gegensatz zwischen bischöfl. Hofgemeinde und ref. Bürgerstadt. Die kath. Hofschule wurde erst 1966-67 in die Stadtschule integriert. Die starke Zuwanderung aus den oft rätorom. und kath. Landgebieten Graubündens (v.a. Oberland), dem St. Galler Oberland und Rheintal sowie von ital. und dt. Arbeitskräften verwischte das Bild des deutschsprachigen und ref. C. Seit 1970 sind beide Konfessionen gleich stark vertreten. Der ansteigende rätorom. und ital. Sprachanteil führte zur Gründung entsprechender Sprach- und Kulturvereine (z.B. Chor Viril Alpina Cuera 1898). In C. befinden sich die Zentralen der Sprachorganisationen Pro Grigioni italiano (1918) und Lia Rumantscha (1919).

Das Stimm- und Wahlrecht für Niedergelassene von 1874 verschob die polit. Machtverhältnisse. Obwohl in C. kein starkes Proletariat entstand, gewann die Arbeiterbewegung an Gewicht, nicht zuletzt unter dem Einfluss dt. und ital. Wanderarbeiter. 1900-14 kam es zu zahlreichen Arbeitskämpfen. In der Krisenzeit der 1930er Jahre sperrte sich C. mit allen Mitteln gegen die Zuwanderung bedürftiger Auswärtiger.

Die Stadtschule war 1779 von Grund auf reformiert worden. Die Gründung von Kantonsschulen (evang. 1804, kath. 1807, Fusion 1850) führte zur Aufgabe der städt. Lateinschule. 1853 nahm das Bündner Lehrerseminar den Lehrbetrieb auf, 1872 die Fortbildungsschule als Vorläuferin der Sekundarschule, 1895 die Bündner Frauenschule. 1964 wurde das Abendtechnikum (die spätere Ingenieurschule HTL) gegründet, 1987 die Höhere Wirtschafts- und Verwaltungsschule. Das 1923 gegründete Stadttheater mit eigenem Ensemble und Eigenproduktionen wurde 1992 zugunsten eines Gastspielbetriebs aufgegeben. Seit den 1970er Jahren hat sich die Klibühni Schnidrzumft etabliert. Kant. kulturelle Einrichtungen sind u.a. das 1872 eröffnete Rätische Museum sowie - 1919 aus dessen kunst- bzw. naturhist. Sammlungen hervorgegangen - das Bündner Kunstmuseum und das Bündner Natur-Museum.

Autorin/Autor: Jürg Simonett

Quellen und Literatur

Archive
– StAGR, BiA, StadtA, Rät. Museum
Literatur
INSA 3, 219-316
Churer Stadtgesch., 2 Bde., 1993
– L. Bühler, C. im MA, 1995
HbGR