Sankt Antönien Ascharina

Ehemalige politische Gemeinde GR, Kreis Luzein, Bezirk Prättigau/Davos, seit 2016 Teil der Gemeinde Luzein. Sie nannte sich 1920-53 offiziell Ascharina und lehnte 1979 die Vereinigung mit St. Antönien Castels und St. Antönien Rüti zur Gemeinde Sankt Antönien ab. Sie fusionierte erst 2007 mit Letzterer. Die Streusiedlung, bestehend aus 26 Höfen, weist weder einen Dorfkern noch eine Kirche oder ein Schulhaus auf und gliedert sich in Usser-, Mittel- und Inner-S. 1850 146 Einw.; 1900 95; 1950 149; 2000 119. Eisenzeitl. Einzelfund. Im 13. Jh. gehörte S. zum Herrschaftsgebiet der Frh. von Vaz, 1338-1436 zu demjenigen der Gf. von Toggenburg, dann zu demjenigen der von Montfort und von Matsch; 1477-1649 unterstand es einer eingeschränkten österr. Landesherrschaft. S. und Rüti bildeten bis 1851 einen Teil des Gerichts Klosters Ausserschnitz. Die im 14. Jh. eingewanderten Walser erweiterten das Kulturland. Es wurde ausschliesslich Viehzucht betrieben. S.-Alp war ab 1686 die einzige Alp der Gemeinde (mit Einzelsennerei bis 1951). Im 19. Jh. betrieb die Fam. Lötscher eine bekannte Töpferei. 1895-99 entstand die Kommunalstrasse nach Küblis. Zuvor hatte sich die Talschaft stark nach dem österr. Montafon hin orientiert. Zu Beginn des 21. Jh. fanden zahlreiche Bauern einen Nebenerwerb im Tourismus.


Literatur
– E. Flütsch, St. Antönien, 1976
Gem. GR 2003, 332 f.

Autorin/Autor: Otto Clavuot