Saas im Prättigau

Ehemalige politische Gemeinde GR, Kreis Küblis, Bezirk Prättigau/Davos, seit 2016 Teil der Gemeinde Klosters-Serneus. Auf Geländeterrasse gelegenes Strassendorf. Um 1290 Säusch, rätorom. früher Sausch. 1838 684 Einw.; 1850 469; 1888 657; 1900 431; 1950 544; 2000 733. Um 1290 St. Laurentiuskirche erwähnt. Neubau Anfang 16. Jh., 1735 teilweise zerstört. Kollaturrecht ursprünglich wohl bei den Frh. von Vaz, ab 1338 bei den Gf. von Toggenburg. 1482 dem Kloster St. Jakob in Klosters inkorporiert. 1436 trat S. als Nachbarschaft der Gerichtsgemeinde Klosters Ausserschnitz dem Zehngerichtenbund bei. Im 14. und 15. Jh. infolge Zuwanderung von Walsern aus Klosters und St. Antönien Germanisierung. Reformation um 1526. Bis Mitte des 20. Jh. herrschte die Viehzucht als Haupterwerbszweig vor. Ausgedehnte Weideplätze auf den Saaser- oder Albeiner-Alpen und am Oberberg. Östlich von S. erinnert seit 1915 das Aquasana-Denkmal an Rückzugskämpfe der Bündner 1622 während des Prättigauer Aufstands. 1689 Lawinenkatastrophe. 1931 grosse Erdbewegung am Hang Rufineta. Aufwendige Lawinen-, Wildbach- und Rüfenverbauungen seit 1970. 1888 Bahnbau. Entwicklung zum Ferienort nach dem 2. Weltkrieg im Sog von Klosters. Sehr starke Bautätigkeit seit 1989. Wirtschaftl. Bedeutung der Saaser Alp als Ski- und Wandergebiet Madrisa. Der Ort war durch den Durchgangsverkehr auf der Prättigauer Strasse schwer belastet (Eröffnung Umfahrung 2011). 2005 stellte der 1. Sektor 33%, der 3. 42% der Arbeitsplätze von Saas im Prättigau.


Literatur
– M. Thöny, Prättigauer Gesch., 1948 (21991)
Gem. GR

Autorin/Autor: Otto Clavuot