Conters im Prättigau

Polit. Gem. GR, Kreis Küblis, Bez. Oberlandquart. Hangsiedlung mit dem Weiler Brunnen zwischen C. und Küblis. 1290 Cunters. 1850 195 Einw.; 1900 184; 1941 234; 1950 219; 1980 179; 1990 201; 2000 194. Von der Mitte des 13. Jh. bis 1338 Hoheitsgebiet der Frh. von Vaz, danach bis 1436 im Besitz der Gf. von Toggenburg, deren Nachfolge die Gf. von Montfort und von Matsch antraten, 1477-1649 unter österr. Herrschaft. 1436 Beitritt zum Zehngerichtenbund als Nachbarschaft der Gerichtsgem. Klosters Ausserschnitz. Im 14.-15. Jh. Germanisierung (Walser) von Klosters her. Patrozinium und Baujahr der Kirche unbekannt, Anfang 16. Jh. Neubau von Turm und Chor. Reformation um 1526. Tochterkirche von Saas bis 1646, dann selbstständig und von Küblis aus pastorisiert; 1728-1907 eigener Pfarrer. Als Haupterwerb herrschte bis ins 20. Jh. die Viehzucht vor, daneben wurde Ackerbau zur Selbstversorgung betrieben. Zur gemeindeeigenen Alp (Conterser Duranna) hinzu erwarb C. 1549 Alprechte im Vereinatal und ersteigerte 1918 die Alp Parsenn auf Davoser Gebiet. Die 1855 erbaute Strasse Küblis-C. wurde 1989 mittels neuer Streckenführung wintersicher gemacht. Seit den 1930er Jahren hat der Wintersport von Parsenn her ein blühendes Gastgewerbe entstehen lassen. Um 1990 machten finanzielle Entschädigungen der Parsennbahnen AG ca. 25% der Gemeindeeinnahmen aus. 2000 waren 34% der in C. Erwerbstätigen im 1. Sektor beschäftigt, der Wegpendleranteil an den in C. wohnhaften Erwerbstätigen lag bei 40%.


Literatur
Gem. GR
– M. Thöny, Prättigauer Gesch., 1948, (21991)
– C. Hansemann, Conterser Heimatbuch, 2001

Autorin/Autor: Otto Clavuot