14/01/2014 | Rückmeldung | PDF | drucken

Valchava

Ehem. polit. Gem. GR, Kreis Val Müstair, Bez. Inn, seit 2009 Teil der polit. Gem. Val Müstair. Strassendorf oberhalb von Santa Maria im Münstertal, mit den Höhensiedlungen Chaunt und Valpaschun. 1331 Valchava, dt. früher Valcava. 1850 208 Einw.; 1900 218; 1950 252; 2000 202. V. wurde vom Kloster Müstair aus besiedelt und bildete mit Tschierv, Lü und Fuldera das Terzal Daint (inneres Terzal) des Tales. Die Kirche bestand schon 1418, die ref. Lehre wurde in den 1530er Jahren eingeführt, eigene Pfarrer hatte V. 1783-1870. Die kath. Kirche wurde 1896 geweiht. Zerstörungen erlitt das Dorf 1499 im Schwabenkrieg und 1621/22 in den Bündner Wirren. 1728 verkaufte der Bf. von Chur das ganze Tal an Österreich; 1762 erzwangen die Drei Bünde den Rückkauf. 1854-2008 selbstständige Gemeinde. 1862 verwüsteten Erdrutsche grosse Teile des Kulturlandes. Zu V. gehört die Exklave um die Alp Champatsch, deren alte Gebäude 1989 ins Freilichtmuseum Ballenberg überführt wurden. V. lebt von Ackerbau, Viehwirtschaft, Gewerbe und einem sanften Tourismus. Das frühere Gemeindehaus beherbergt die Talschaftsbibliothek (Biblioteca Jaura), die Chasa Jaura das Talmuseum. Vier Fünftel der Einwohner waren 2000 romanischsprachig.


Literatur
Kdm GR 5, 1943, 389-393
Gem. GR

Autorin/Autor: Paul Eugen Grimm