14/11/2006 | Rückmeldung | PDF | drucken

Fuldera

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Polit. Gem. GR, Kreis Val Müstair, Bez. Inn. Auf Schuttfächern rechts des Rombaches gelegen, besteht F. aus dem grösseren F.-Dora und dem kleineren F.-Daint. 1322 Faldiera; der Name leitet sich von lat. fundaria, Schmelzofen, ab und bezeichnete das ganze innere Tal sowie das Gebiet um Buffalora auf der Engadiner Seite des Ofenpasses, wo sich Bergwerke befanden. 1835 179 Einw.; 1850 123; 1900 98; 1950 118; 2000 115. An der Abzweigung des Weges nach Lü wird eine röm. Taverne vermutet. Im SpätMA trieb das Kloster Müstair in F. den Landesausbau voran. F. wurde während des Schwabenkriegs und der Bündner Wirren zerstört. Um 1530 setzte sich die Reformation durch. Nachgewiesen ist eine Rochuskirche, 1708 erfolgte der Bau der heutigen ref. Kirche; ab 1714 hatte F. einen eigenen Pfarrer. 1762 wurde das Münstertal von allen österr. Rechten losgekauft. Für die 2. Hälfte des 19. Jh. ist eine starke Abwanderung zu beobachten. 1854 wurde F. selbstständige Gem., 1870-72 erfolgte der Ausbau der Ofenpassstrasse. Während des 2. Weltkrieges wurde die Ebene Palü dals Lais im Zuge des sog. Plan Wahlen entsumpft. Seit den 1960er Jahren pflegt das noch mehrheitlich romanischsprachige F. einen sanften Tourismus.


Literatur
Kdm GR 5, 1943, 288 f.
Gem. GR

Autorin/Autor: Paul Eugen Grimm