Randenburg, von

Schaffhauser Ritterfam., die vom 13. bis 15. Jh. bestand. Die Fam. wurde erstmals nach 1251 in Zusammenhang mit dem Streit der Gf. von Kyburg und der Herren von Lupfen um das Erbe der Gf. von Küssenberg erwähnt. Sie gehörte zu einer Gruppe von Adligen, welche nach 1241 die Küssenberger Güter im Reiat, in Lohn (SH) und in Schwarzach als Lehen der Herren von Lupfen übernommen hatten. Die R. waren zudem vom Kloster Reichenau mit Gütern und Rechten belehnt, so in Beggingen, Siblingen, Merishausen und Schleitheim, wo die Burg R. stand. Der in Schaffhausen lebende Egbert gab 1253 dem Druck der Kyburger nach und verkaufte seinen Besitz in Lohn dem Kloster Paradies. Nach langem Widerstand verkaufte auch Friedrich 1257 seine Güter in Schwarzach, nachdem sich das Kloster Paradies verpflichtet hatte, dorthin zu ziehen. Die Brüder Egbert und Egbert der Jüngere (1278-96) gründeten in der nächsten Generation die Zweige der Schultheissen von R. und der Rot von R. Egbert, der 1289 erstmals als Schultheiss von Schaffhausen belegt ist, bewegte sich im Umfeld der Habsburger. Von den verwandten Meyer von Schaffhausen erwarb er 1291 das Lindauer Lehen zu Neuhausen (u.a. mit dem Schlösschen Wörth), und begründete 1295 mit der Stiftung einer Altarpfrund die engen Beziehungen der Fam. zum Heiliggeistspital in Schaffhausen. Die Fam. stellte bis 1376 den Schultheissen und verlor ihre einflussreiche Position in der Schaffhauser Politik erst 1415, als Götz als österr. Vogt der Stadt abgesetzt wurde. Die R. starben im 15. Jh. aus.


Literatur
– J.J. Rüeger, Chronik der Stadt und Landschaft Schaffhausen 2, 1892, 917-932
– K. Schib, «Ein Randenburger Einnahmenrodel des 14. Jh.», in SchBeitr 15, 1938, 183-202
– E. Eugster, Adlige Territorialpolitik in der Ostschweiz, 1991, 145-155

Autorin/Autor: Martin Leonhard