Leggia

Ehemalige politische Gemeinde GR, Kreis Roveredo, Bezirk Moesa, seit 2017 mit Verdabbio Teil der Gemeinde Grono. Das Dorf liegt am rechten Ufer der Moesa. 1295 de Legia. 1826 72 Einw.; 1850 103; 1900 123; 1950 138; 2000 127. Im Hochgericht Misox gehörte L. zur mittleren Squadra und zum Vikariat Roveredo. Die durch eine Überschwemmung zerstörte Pfarrkirche SS. Bernardo e Antonio Abate wurde 1513 wieder errichtet und 1610 und 1685 umgebaut. Wertvolle Stuckaturen sowie Wandmalereien von Francesco Antonio Giorgioli stammen aus dem Jahr 1686. 1972-75 erfolgte die Restauration der Kirche. Oberhalb des Dorfes befindet sich die 1219 erw. Kapelle S. Remigio, die im MA ein Wallfahrtsort war. Südlich von L. gegen Grono öffnet sich auf der linken Talseite das Leggiatal. Das Dorf musste das Tal 1775 samt Alpweiden und Wäldern an die Familie a Marca von Mesocco abtreten, bei der sie hoch verschuldet war. Diese ungewöhnliche Situation führte im 19. Jh. zu einem langwierigen Konflikt zwischen der Gemeinde und den a Marca, der erst 1858 beigelegt wurde. Ackerbau und Viehwirtschaft, welche die Wirtschaft in L. prägten, werden heute nur noch in bescheidenem Ausmass betrieben.


Literatur
– R. Boldini «Itinerari artistici del Moesano», in QGI 59, 1990, 142-152, 247-260, 339-350
– A. a Marca, Acque che portarono, 2001

Autorin/Autor: Cesare Santi / AI